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Mathias Mittwoch, 28 Februar 2018

Wenn kleine Mädchen zu großen Siegerinnen werden

Als der Ansager sie mit Namen und Vornamen auf die höchste Stufe des Siegertreppchens ruft, kriege ich fast einen Herzinfarkt. Und bin ein bisschen gerührt. Nur ein ganz kleines bisschen…
Wenn kleine Mädchen zu großen Siegerinnen werden
 
 
 
Wenn Lena eisläuft, trägt sie ein grünes Kleidchen, weil Tarzan ja im Dschungel lebt. Und weil sie zu den Disney-Tarzan-Klängen ihre Kreise, Pirouetten und kurvenreiche Schritte aufs Parkett legt, und die in einer Geschwindigkeit…
Es gibt da dieses kleine Mädchen, zehn Jahre ist es alt, fast schon elf, und jeden Tag nach der Schule geht es zum Training. Tanzen, Gymnastik und Eislaufen. Seine Mutter ist es, die das Mädchen zum Sport begleitet und normalerweise auch wieder abholt. Aus zwei Trainingseinheiten pro Wochen sind erst drei und dann vier geworden. Plus der Wettkampftag.
Es gibt da dieses kleine Mädchen, das nie müde ist, und das sein Leben lächelnd umarmt, als ob es die Winterkälte nicht im mindesten spüren würde. Als ob die Berge es mit einer Verbeugung grüßen würden – eine Verbeugung, die sie prompt erwidert. Als ob Hausaufgaben kein Problem darstellten. Tun sie auch nicht, ihre Noten sind so gut wie die Felsgipfel vor ihren Augen hoch.
Da ist dieses kleine Mädchen, das beim Eislaufen ein grünes Kleidchen trägt, weil Tarzan ja im Dschungel lebt. Da ist dieses kleine Mädchen, das gerade groß wird. Und das zu den Klängen des Disney-Tarzans Kreise, Pirouetten, und kurvenreiche Schritte aufs Eis legt, so schnell, das einem schwindelig werden kann. Vom Zusehen. Sie hat es mir selbst erzählt: In zwei Minuten Vorführung zu wilder Tarzan-Musik schafft sie dreizehn Bögen, vier Sprünge, zwei Kreisel und sämtliche Verbindungsschritte dazwischen. So sieht das Programm aus, das sich die Lehrerinnen Linda und Viviana, auch Vivi genannt, für sie ausgedacht haben. Mit diesem Programm tritt sie bei Wettkämpfen an, einmal pro Monat, und konkurriert dort mit anderen kleinen-großen Mädchen, die nicht nur aus Südtirol kommen, sondern auch von weiter weg, aus dem Veneto oder aus Mailand.
Da ist dieses kleine Mädchen, dem man beim Wachsen förmlich zusehen kann, das von Olympia träumt und das Carolina Kostner schon mehr als fünf Mal beim Laufen zugesehen hat. Klar, wer hätte nicht selbst einmal davon geträumt, ein Elfmeter-Bomber zu werden, ein furchtloser und unbesiegter Abfahrtsläufer, ein Radrennfahrer, der am Berg alle abhängt? Sie selbst sagt, sie hätte sich fürs Eislaufen begeistert, als sie ihrer größeren Schwester dabei zugesehen hat, die inzwischen aber andere Interessen hat. Die jüngere dagegen bleibt dran, ist taff, trainiert immer weiter, gibt nie auf. Sie hat mir gesagt, ohne echte Anstrengung hätte es keinen Sinn. Und ihr gefällt dieser Einsatz sehr, denn welchen Sinn hätte es sonst, so hart zu trainieren? Manchmal sehe ich dieses kleine Mädchen an, das immer größer wird, und denke mir, wie viel uns doch die Kleinen lehren, vermitteln, beibringen können. Und mir wird klar, dass wir Großen – aber wo genau sind wir eigentlich groß? – die Kleinen beobachten müssten, von ihrem Enthusiasmus, ihrer Lebendigkeit, ihrem Mut zehren müssten, um selbst zu besseren Menschen zu werden. Wenn ich sie hinfallen sehen, bleibt jedes Mal fast mein Herz stehen – sie dagegen steht einfach auf und erklärt mir kurz danach, dass man nur durch seine Fehler lernt. Und dass sie die schnelle Musik mag, weil sie sich dabei losgelöst fühlt. Klar, man lernt aus seinen Fehlern. Doch woher hat sie diese schönen Gedanken? Woher stammt das Bewusstsein dafür?
Eines Tages sehe ich ihr bei einem Wettkampf zu. Bisher hat sie immer gute Platzierungen geschafft und war nahe am Sieg dran, ohne jedoch jemals wirklich gewonnen zu haben. Doch als der Ansager sie dann mit Namen und Vornamen aufs Treppchen ruft, und zwar auf das höchste Podest, kriege ich fast einen Herzinfakt. Ich sehe sie da oben stehen, wie sie Energie und Zufriedenheit ausstrahlt, in ihrem grünen Kleidchen, in dem sie mehr wie Peter Pan aussieht als wie Tarzan. Und ich denke mir, dass Peter Pan wirklich ein aufgewecktes Kerlchen war, der zwischen Himmel, Meer und Fantasieinseln zu tanzen wusste. Und dann sehe ich mir die Kleine genauer an und mir wird klar, dass es meine Tochter Lena ist, und dass Trilly und Peter Pan und Tarzan und der König der Löwen und Pocahontas und Mary Poppins um sie herumtanzen wie in einem Traum aus Sternenstaub, Besenstielen und Lebensfreude. Und dann bin ich zugegebenermaßen ein bisschen gerührt. Ein ganz kleines bisschen…

Mathias 
 
 
 
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