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Tags:    Ladinisch     Sommer
 
Stefan Mittwoch, 15 August 2018

Santa Maria dal Ciüf, voll der Gnade und der Farben

Am schönsten religiösen Feiertag des Sommers leuchten die Blumen und die Trachten der Mädchen um die Wette. Ein Fest, das jenseits aller Folklore jedes Dorf in ein Meer der Farben und der Freude taucht.
Santa Maria dal Ciüf, voll der Gnade und der Farben
 
 
 
In den Tälern Ladiniens ist der 15. August der Tag der Blumen. Jedes Dorf schmückt sich mit Blütenblättern in einer Explosion der Farben und feiert damit die Santa Maria dal Ciüf, die Heilige Maria der Blume. Die ladinischen Mädchen und Frauen legen ihre traditionelle Bauerntracht an und gehen zur Heiligen Messe mit einem geschmückten Korb voller Blumen, Heilkräuter, Salz und Mehl, damit er vom Pfarrer gesegnet werde.
Jedes Dorf, jeder Weiler, jede Ortschaft feiert im Sommer einen Tag lang einen besonderen Anlass, einen Heiligen, einen Brauch. Diese Sitten und Bräuche sind teilweise uralt und besitzen einen Symbolcharakter, der weit über die reine Tradition hinausgeht. Es sind Feste, die in gewisser Weise die Menschen von heute mit denen der Vergangenheit verbinden, auch durch den Gebrauch von Trachten und Schmuck, die sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg nicht verändert haben. In den Tälern Ladiniens ist der 15. August der Tag der Blumen. Jedes Dorf schmückt sich mit Blütenblättern in einer Explosion der Farben und feiert damit die Santa Maria dal Ciüf, die Heilige Maria der Blume. Es ist ganz ohne Zweifel der schönste religiöse Feiertag des ganzen Sommers: Die ladinischen Mädchen und Frauen legen ihre traditionelle Bauerntracht an und gehen zur Heiligen Messe mit einem geschmückten Korb voller Blumen, Heilkräuter, Salz und Mehl, damit er vom Pfarrer gesegnet werde. Der Korb wird dann wieder nach Hause gebracht, wo der das Haus beschützen soll, bis das erste Gewitter kommt: Dann wird er verbrannt. Diese alte ladinische Tradition ist noch heute in allen fünf Tälern weit verbreitet und gilt als eine Art von Danksagung in der Sommermitte. Wenn also fast ganz Italien den 15. August am Meer unter dem Sonnenschirm feiert, wenn in den Badeorten nachts das große Ferragosto-Feuerwerk abgebrannt wird und in den Ortschaften Süditaliens eine Prozession nach der anderen stattfinden, dann wird bei uns die Madonna mit den Blumen gefeiert.
Es ist schön, auf den Straßen die Mädchen zu sehen, die so gar nichts Bäuerliches mehr an sich haben, aber die Kleider tragen, die aus einer anderen Zeit und einer anderen Welt zu stammen scheinen. Es ist schön zu sehen, wie sie bei der Prozession gemeinsam durch die Dorfstraßen schreiten. Sie erinnern dann ein bisschen an die Bilder der Impressionisten mit all diesen Farbflecken, die sich auf der Leinwand zu bewegen scheinen. Santa Maria del Ciüf ist wirklich ein schönes Fest, nicht nur in volkstümlicher Hinsicht: Es ist schön, weil es ein Fest ist voller Düfte und Farben, es steckt voller Lächeln, ist heiter und positiv – wie ein Blütenblatt eben. Es ist auch ein Fest, das in den letzten Jahren immer mehr Touristen angezogen hat. Weil die Frauen so schön sind, weil die Dörfer sich mit ihrem Blumenschmuck so hübsch herausputzen und weil eine entspannte Atmosphäre herrscht, die einen begreifen lässt, welch wichtigen Beitrag die alten Sitten dazu leisten, um einen Identität zu erhalten, die ständig in Bewegung ist. Wenn ein Fest ganz um seiner selbst willen gefeiert wird, wenn es in einem Umfeld stattfindet, das von Schlichtheit und Erinnerungen geprägt ist, dann wird das Tragen von traditionellen Trachten zu einer großen Freude. Dann macht es glücklich, die Kleidungsstücke aus dem Schrank zu holen, sie vorsichtig zu entstauben und zu lüften, damit der Geruch von Mottenkugel sich verliert, sie sorgfältig zu bügeln und auszubessern, wo nötig. Nicht als Spielerei, nicht als Karneval, sondern als eine Antwort auf die Frage, wo wir herkommen. Denn wenn wir unsere Vergangenheit nicht kennen, wie sollen wir uns dann unsere Zukunft vorstellen? Oh Heilige Mutter Gottes der Blumen voll der Gnade und der Farben, du seist stets gebenedeit.

Stefan
 
 
 
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