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Fabian Sonntag, 15 Oktober 2017

Ein Bergmensch in New York

Eine Woche hatte ich Zeit, um unsere Casa rund hundert Agenturen und Vertretern vorzustellen. Nicht nur in New York, auch in Long Island, New Jersey, Connecticut. Ich erlebte, dass unsere Geschichten gefallen, dass Alta Badia und die Dolomiten interessant sind, weil sie mehr bieten als Klischees, und dass Marketing nicht nur aus Zahlen, Berechnungen, Tabellen und Grafiken besteht. Zum Glück!
Ein Bergmensch in New York
 
 
 
Es macht Spaß, wenn einem gesagt wird, dass kein anderes Hotel auf der ganzen Welt sich so präsentiert wie wir, nämlich remarkably uncommon.
Obwohl ich 40 Kilo Prospekte, Karten und Ipads im Gepäck hatte, fühlte ich mich nicht wie eine Brieftaube und auch nicht wie ein Agent auf Spezialmission, obwohl ich rund 100 Vertreter und Agenturen treffen sollte, in mehreren Städten und Nachbarstaaten, und das alles innerhalb einer Woche. Am ehesten fühlte ich mich – um die Wahrheit zu sagen – wie ein Bergmensch, ein Ladiner aus Alta Badia, auf dessen Stirn groß „Dolomiten“ steht. Aber natürlich beachtete mich eh niemand in dieser Stadt, die in ihrer ganz eigenen Dimension lebt. Die Rede ist nämlich von New York! Der Stadt mit ihren Wolkenkratzern und den Menschen, die es immer eilig haben. Der Stadt, in der die Nacht zum Tag gemacht wird und umgekehrt. Die Stadt, in der alle Sprachen dieser Welt gesprochen werden. Die Stadt, die ich nicht zuvor gesehen hatte und die mich packte, sobald ich aus dem Flugzeug gestiegen war. Oder auch schon vorher, denn selbst aus dem Flugzeugfenster machte sie ziemlich Eindruck. Wenn von New York die Rede ist, denke ich, hat jeder von uns gleich ein Bild vor Augen, eine Erinnerung, eine Filmszene, einen Song oder ein Lokal. Ich hingegen wusste nur, dass ich um acht Uhr früh mit der Arbeit anfangen sollte und um acht Uhr abends fertig sein würde. Doch dann geschah etwas... als ich anfing, von unserer Casa und von unseren Geschichten zu sprechen, und zwar ohne die sonst üblichen Quadratmeterzahlen von Zimmern und Swimming Pools auszubreiten. Ich merkte, dass mich die Leute, zu denen ich sprach, anders anzusehen begannen. Ich spürte, dass unsere Geschichten auf Gefallen stießen und ich fühlte mich ein wenig, als ob ich mit meinen Erzählungen von meiner Heimat - Alta Badia - von meinen Bergen - den Dolomiten - von der Casa - meinem Arbeitsplatz - zu Schülern spräche, die abgesehen von allen möglichen Zahlen keine Ahnung von unseren Schätzen haben. Ich erzählte ihnen von Ernesto und Annie statt von Pistenkilometern. Von Stimmungen und Menschen aus Fleisch und Blut, statt von der Anwendung touristischer Standards. Ich zeigte unsere Karten, auf denen wir hinten unsere kleinen Geschichten abdrucken – und sie hörten mir zu. Am schönsten war es dann aber im Mekka des Spitzentourismus, nämlich in den Büros der „Leading Hotels of the World“ in der Lexington Avenue, mitten auf der Upper East Side. Ich war zunächst etwas befangen und fühlte mich, als müsste ich im Madison Square Garden bei einem wichtigen Spiel antreten! Doch nachdem ich mich vorgestellt und über unsere Stuben, über die Familie Costa, über uns Mitarbeiter und über die Welt um uns herum gesprochen hatte, bekam ich nur Komplimente zu hören. Es war schön zu hören, dass kein anderes Hotel – und wir sprechen von keinem anderen Hotel auf der ganzen Welt – sich so präsentiert hatte wie wir, nämlich remarkably uncommon. Was ist also mein Resümee? Dass mir New York – obwohl ich so wenig Zeit hatte und die Meetings auch auf Long Island, in Connecticut und in New Jersey stattfanden – richtig gut gefallen hat. Ich mochte die so unterschiedlichen Ethno-Restaurants und die jeweils völlig andere Szenerie, aserbaidschanische Küche inbegriffen! Und ich gebe zu: Im Madison Square Garden war ich dann tatsächlich auch noch, für mich als großen Sportfan war das einfach ein Muss. Ich habe mir ein Basketballspiel der Frauen angeschaut und fand es großartig, an einem Ort zu sein, in dem schon Mohammed Ali, Michael Jordan und LeBron James ihre Erfolge gefeiert habe. Und nun bin ich nach meinen Erlebnissen im Big Apple wieder zuhause bei den Südtiroler Äpfeln. Glücklich über meine Arbeit, glücklich, einen Haufen Menschen kennengelernt zu haben, glücklich, wieder zuhause zu sein. Auch, weil es mir in New York definitiv viel zu heiß war...

Fabian
 
 
 
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