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Marco Freitag, 13 Juli 2018

Der ideale Rucksack

Was man bei einer Wanderung wirklich braucht, ist nicht unbedingt das, was als nützlich gilt! Marco zeigt uns, wie er seinen Rucksack packt. Unser Marco, der nicht nur schlicht ein Wanderführer ist, sondern uns die Berge in einem ganz neuen Licht zeigt.
Der ideale Rucksack
 
 
 
Mein idealer Rucksack ist rot, damit alle sehen, dass ich mich vorbereitet habe. Extravagant, wie es meine Art ist, packe ich ihn von oben nach unten, damit ich das Wichtigste sofort in Griffweite habe.
Letztes Jahr sind in vielen Alpengebieten unversehens wieder Wölfe aufgetaucht. Auch ich habe mich auf einmal in der Situation befunden, einer Herde Lämmer hinterherzulaufen, um sie vor dem Wolf in Sicherheit zu bringen. Keine leichte Aufgabe! Zum Glück war mein Rucksack jedoch leicht, und so konnte ich mich relativ frei bewegen. Ein richtig gepackter Rucksack ist tatsächlich so etwas wie ein Stück Freiheit, liebe Kollegen, Freunde und Gäste, und deshalb möchte ich euch gerne erzählen, wie in meinen Augen der ideale Rucksack aussieht.
Mein idealer Rucksack ist leuchtend rot, auch wenn andere Wanderer lieber ein neutrales Modell wählen würden, um nicht so aufzufallen. Ich wähle Rot, damit jeder merkt, dass ich mich richtig vorbereitet habe. Mein Rucksack besitzt keinen überflüssigen Firlefanz, er ist einfach nur ein zylindrischer und bequemer Sack, der alles, was für eine Wanderung unabdingbar ist, sicher aufbewahrt und vor Regen schützt. Extravagant, wie es meine Art ist, packe ich ihn von oben nach unten, damit ich schnellen Zugriff auf das habe, was am wichtigsten ist.
Die erste Schicht besteht aus dem Gruß, ganz im Stile des Schriftstellers Mauro Corona. Der Gruß ist viel wichtiger als der morgendliche Kaffee mit Hörnchen oder die Frage, wo sich das Frühstücksbuffet befindet. Der Gruß wird jedesmal sofort herausgezogen, wenn ich einem anderen Menschen begegne.
Als zweite Schichte packe ich Würde ein. Das würdevolle Sein in der Schöpfung. Das heißt, dass die Natur nicht mir zur Verfügung steht, sondern dass sie für mein Überleben unverzichtbar ist. Und dass sie auch allen anderen gehört. Ich habe aber auch noch eine andere Form der Würde im Rucksack, gewissermaßen parallel zur ersten. Und zwar die Würde, nicht zu jammern. Mich nicht zu beschweren, dass es noch so weit bis ans Ziel ist, noch, dass da eine Wolke am Himmel aufgezogen ist, und erst recht nicht, dass die Dinge sich nicht ganz so entwickelt haben, wie ich es mir vorgestellt habe.
An dritter Stelle kommt die Disponibilität. Erst wollte ich „Rücksicht“ schreiben, die den meisten von uns nicht angeboren ist. Aber mir scheint es wichtiger, disponibel zu sein, von anderen zu lernen, sich führen zu lassen von denen, die sich besser auskennen, und Gelerntes anzuwenden. Leider habe ich von dieser Bereitschaft nur wenig einpacken können... ich stehe da noch ganz am Anfang!
An Nummer vier kommt der Glaube. Glaube und Vertrauen gehören zusammen. Vertrauen in die anderen, in das Leben, in den Herrgott, der – auch wenn er sich nicht sehen lässt – über uns wacht und uns beschützt, wenn wir es ihm gestatten. Mit diesem Instrument im Rucksack kann ich immer weiterwandern, auch wenn ich das Ziel aus den Augen verloren habe.
An Platz fünf kommt das Herz. Herz brauche ich dringend, denn es erinnert mich daran, dass es einem zu zweit besser geht als allein. Wenn wir gut sind und zu vielen, können wir auch wirklich viel erreichen.
An sechster Stelle kommen die Begabungen.
Begabungen sind eine feine Sache! Sie nehmen zwar viel Platz weg, aber wenn ich sie mit anderen Menschen teile, brauchen sie gleich viel weniger. Normalerweise steckt in jedem Rucksack mindestens eine Begabung, und normalerweise ergänzen sich all diese Talente untereinander hervorragend.
Und damit wären wir bei Schicht Nummer sieben. Mein Rucksack hat nicht ewig viel Platz, und mit Nummer sieben ist Schluss. Das heißt, hierhin packe ich alles, was ich sonst noch brauche. Käppi, Jacke, Sonnencreme, Wasserflasche, Blasenpflaster und all die anderen Kleinigkeiten, die unsere Touren ein bisschen komfortabler machen. Und von diesen habe ich ziemlich viel.
Ich hätte stattdessen auch schreiben können: Die siebte Schicht besteht aus der Vorbereitung. Wie ein englischer Freund von mir immer sagt: Gute Vorbereitung ist die Garantie für ein optimales Ergebnis! Ich bin allerdings der Meinung, dass es viel mehr Spaß macht, draußen an der frischen Luft unterwegs zu sein, statt den halben Tag mit Vorbereitungen zu verbringen. Denn was soll schon passieren, wenn wir das Käppi vergessen haben? Setzen wir uns halt ein Kastanienblatt auf den Kopf!

Con cariño (mittlerweile bin ich halber Spanier!)

Marco
 
 
 
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