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michil Samstag, 1 Oktober 2016

Was bringt uns eigentlich unsere Super-Intelligenz?

Einwanderer, Sterne, Wasser, Gletscher, Umwelt. Und Begegnungen. Gibt es eine Art von Ordnung in unserem Chaos?
Was bringt uns eigentlich unsere Super-Intelligenz?
 
 
 
Ob unsere Erde noch zu retten ist, weiß ich auch nicht. Doch die Fähigkeit des Menschen, sich den Widrigkeiten des Lebens zu stellen und positiv, wenn nicht sogar gestärkt daraus hervorzugehen, lässt mich wenigstens halbwegs optimistisch in die Zukunft blicken.
In 50 Jahren werden wir Italiener – trotz einer gewissen Regierungs-Kampagne namens „Fertility Day“ – elfeinhalb Millionen Menschen weniger sein. Im gleichen Zeitraum wird die Einwanderungsbewegung etwa 12 Millionen Personen ins Land gebracht haben. Ich spreche von Personen: Frauen, Kindern, jungen Menschen, Männern. Woher kommt also all diese Angst? Diese absurde Paranoia vor dem Fremden, die alles nur noch viel schlimmer macht? Sie fesselt uns an unsere grenzenlosen Egos und lässt uns den Sinn für das große Ganze verlieren.
Apropos großes Ganzes. Diesen Sommer hatte ich das Glück, Professor Guido Tonelli kennenzulernen. Tonelli gehört zu den Entdeckern der Higgs-Teilchen und hat mich mit seinem großen Wissen und seiner Begeisterung für das Leben richtig begeistert. Eines Abends standen wir vor der Tür und guckten in den Sternenhimmel hinauf. Ein bisschen wie die Seefahrer in der Antike, wenn sie nach einer Route übers Meer suchten. Irgendwann sagte der Professor zu mir: „Wie schön sie sind, die Sterne! Und doch existieren viele von ihnen bereits nicht mehr. Schon vor langer Zeit könnten sie erloschen sein. Doch ihr Licht kommt bei uns erst tausende, Millionen Jahre später an. Was wir hier sehen, ist die Vergangenheit. Und es gibt Tausende von Sternen, die wir überhaupt nicht sehen.“
Das, was wir nicht sehen – oder besser, was wir nicht erkennen wollen, so tief wie wir drinstecken in unserer konsumatorisch-egozentrischen Kurzsichtigkeit – ist dass es in unserem Universum mehr als 100 Milliarden Galaxien gibt, dass zu jeder dieser Galaxien Milliarden von Sterne gehören und das unser Universum vermutlich nicht einmal das einzige auf der Welt ist. Es ist also sicher, dass es Planeten gibt, die dem unseren ähneln, mit einem Mond und einer Sonne und entwickelten Lebensformen. Planeten, auf denen vielleicht noch keine Meteoriten eingeschlagen sind, so dass womöglich wirklich irgendwo noch Dinosaurier leben. Und vielleicht sogar wesentlich weiter entwickelten Formen der Intelligenz existieren als die unsere.
Doch was nutzt uns eigentlich unsere Super-Intelligenz? Diesen August war ich in einer echten Gletscherregion in den Alpen, im Val Verret bei Courmayeur im Aostatal, an den Hängen des Mont Blanc. Ich war der Einladung der Geschwister Cesare und Federica Bieller gefolgt, bei ihrem wunderbaren Kultur-Festival „Festival delle nuove Vie“ zu sprechen. Und saß irgendwann zusammen mit dem Meteorologen Luca Mercalli in einer herrlichen Almhütte bei köstlicher Polenta zusammen. Während wir auf den Fluss guckten, sagte Mercalli: „Sieh dir dieses Wasser an, Michil. Es ist hundert Jahre alt. Das Abschmelzen der Gletscher lässt sich nicht mehr aufhalten, jedenfalls nicht für die nächsten Jahrhunderte. Diese Gletscher hier haben nicht nur die Natur dieses Tals beeinflusst und beeinflussen es immer noch, sondern auch die der Menschen.“
Was unser Leben prägt, ist das permanente Eingetauchtsein in unsere kleineren und größeren Probleme. Probleme, die auf einmal winzig klein erscheinen, wenn wir sie von den Gipfeln unserer Berge aus betrachten oder mit in den Nacken gelegtem Kopf, während wir in den Sternenhimmel schauen. Denn trotz all unserer Fortschritte und unseres Wissens sind auch wir immer noch winzig kleine Ameisen auf diesem wunderschönen blauen Planeten. Fühlen tun wir uns allerdings wie Giganten. Wir glauben, die Natur nach unserem Gusto richten zu können. Glauben, dass wir eines Tages viele Planeten zu unserer Verfügung haben könnten, statt uns um unseren einen liebevoll zu kümmern. Und haben gleichzeitig schreckliche Angst vor Unsresgleichen, die in unser Land kommen. Das allerdings macht uns wirklich winzig. Die Angst lässt uns vergessen, dass wir an die Natur gebunden sind, in der wir leben. Und zwar äußerst fest. Eine Bombe, die irgendwo im Süden des Planeten explodiert, trifft auch uns. Ein gefällter Urwaldriese irgendwo auf Borneo macht auch unsere Luft heißer, trockener. Das wissen wir genau, trotzdem zerstören, durchbohren, bombardieren, töten, fällen, verletzen, vergewaltigen wir unsere arme Erde weiter. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist schädlich für uns Lebewesen. Doch obwohl der Klimawandel bereits Katastrophen produziert, denken wir nicht genügend über neue Lebensformen und Entwicklungsmodelle nach.
Der alljährliche herbstliche Klimawandel ist es übrigens, der unsere Lärchen erst gelb, dann feuerrot färbt. Es gibt nichts Schöneres als die Dolomiten im Oktober! Im Berghotel Ladinia können Sie ihn nach Kräften genießen, denn das Haus schließt auch in diesem Jahr erst am 1. November.
Ob unsere Erde noch zu retten ist, weiß ich auch nicht. Doch die Fähigkeit des Menschen, sich den Widrigkeiten des Lebens zu stellen und positiv, wenn nicht sogar gestärkt daraus hervorzugehen, lässt mich wenigstens halbwegs optimistisch in die Zukunft blicken.
Eine gewisse Geschmeidigkeit ist nötig, um zu überleben. Und wenn wir umkommen sollten? Na gut, wir sind nicht die einzigen unserer Art im Universum. Die anderen werden unsere Geschichte erforschen und aus unseren Fehlern lernen. Vielleicht sind wir wenigstens dazu nütze. Aus Schaden werden andere klug.

Michil Costa
 
 
 
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