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Themen:     Verloren & Vergessen (10)  
Tags:    Natur     Reisen     Schönheit
 
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Franco Sonntag, 3 Mai 2015

Von Ischia nach Corvara, unter einem einzigen Himmel

Der Himmel ist immer derselbe? Wenn die Fenster, die die großzügigen Frühstücksräume schmücken, nur Grau hereinlassen, sage ich mir: „Nein, er ist anders“. Aber wenn Himmelblau durch die Fenster scheint, dann sage ich “Ja, vielleicht leben wir unter einem einzigen Himmel. Kein Norden und kein Süden mehr, und vor allem wird die Entfernung, die das Meer vom Gebirge trennt, viel kleiner.
Von Ischia nach Corvara, unter einem einzigen Himmel
 
 
 
„Alle meinen, das Meer und die Berge wären ein Gegensatz. Aber dem ist nicht so.“
Über die Jahrhunderte haben wir begonnen, zur Orientierung Nord von Süd zu unterscheiden. Den Sternen folgend. Polarstern und Kreuz des Südens. Die Seemänner haben den Himmel “gelesen”. Und wir haben damit nicht mehr aufgehört. Wenn das Himmelblau die Berge umreißt, diese Berge, die ich mir inzwischen zu eigen gemacht habe wie die Klippen meiner Insel, erkenne ich, dass es dasselbe Blau ist, das auch mein Meer liebkost: ein erst zartes Hellblau, das dann, im Laufe der Stunden, immer kräftiger wird. Um dann wieder heller zu werden, bis es sich blau färbt, wie in dem bekannten Lied eines ladinischen Sängers. Ok, ich spinne. Natürlich empfinde ich meine Insel näher, wenn hier alles himmelblau ist. Ich sehe sie hinter dem Sassongher, und ich möchte es allen sagen, die gerade frühstücken: “Schaut her, da hinten ist Ischia, seht ihr es nicht? Die Insel ist so schön, es ist doch nicht möglich, dass ihr sie nicht seht?“ Und dann lächle ich und denke an den großen Liedermacher Pino Daniele, mein Gott. „Je so pazzo“, ich summe sein Lied nur für mich. Das Lächeln fehlt mir nie. 
Dem Blau des Himmels sind viele Lieder gewidmet worden; allen voran “Azzurro”, geschrieben von Paolo Conte, und berühmt geworden durch Adriano Celentano. Manchmal denke ich, dass die Magie der Musik sich mit dem Licht des Himmels verbreitet. Nur so erklärt sich, wie eine Melodie “einfach gefällt”, wie Totò sagen würde. Und auch die Musik bringt Meer und Berge einander näher. Alle meinen, das Meer und die Berge wären ein Gegensatz. Nein, das wollen wir nur glauben. Meer und Gebirge spielen die gleiche Musik: jene der Schönheit. Deswegen haben sie so vieles gemeinsam. Was seht ihr, wenn ihr auf einem Gipfel steht? Einen herrlichen, unermesslich weiten Himmel. Und was seht ihr, wenn ihr mitten im Wasser in einem Boot sitzt? Einen herrlichen, unermesslich weiten Himmel. Der Himmel ist unser Dach, wo immer wir sind. Er bringt die Welt näher. Sicher, Meer und Berge unterscheiden sich stofflich: flüssig und fest. In der Flüssigkeit schwimmen Fische, und auf dem festen Grund springen Gämse herum. Aber schaut her: wenn ihr die Oberfläche des Meers betrachtet, wenn es friedlich und still ist, meine ich, was seht ihr im Kräuseln der Wellen? Tausend Reflexe, ein Glitzern, das mich immer verzaubert hat. Und wenn ihr die Felsen aus der Nähe betrachtet, die in der Sonne glitzern, was seht ihr? Das gleiche Glitzern in der Luft. Aber ich will euch nicht davon überzeugen, dass Meer und Berge dasselbe sind. Sicher nicht. Sie besitzen jedoch den gleichen Zauber, die gleiche Magie: beide sprechen zum Herzen. Ich weiß, jetzt denkt ihr: „da ist schon wieder der Rührselige, ganz Herz und Seele”. Nein, ich sage die Wahrheit: hier oben ist ein wenig Mittelmeer, ich rieche es, sehe es. Und wenn ich den Himmel von meiner Insel betrachte, sehe ich im Wasser den Reflex der Berge. Natürlich passiert das nicht an jedem Tag. Sondern nur, wenn das Himmelblau alles einhüllt. Dann wird auch die Luft dünner, und es ist schön, nach draußen zu gehen, wenn das Frühstück angerichtet ist, und mit vollen Lungen zu atmen. Zu spüren, dass alles näher ist, trotz der Entfernung. Zu spüren, dass wir Teil dieser zu oft malträtierten Welt sind. Einen Augenblick sehe ich meine Insel wieder, hier, vor mir. Und ich danke dem Himmelblau, dass es mich im Flug vom Wacholder zum Rosmarin bringt. Einen Augenblick lang scheint es mir, den Himmel zu berühren.

Franco d'Orio
 
 
 
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