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Themen:     Schön & Gut (20)  
Tags:    Drinks     Wein
 
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Daniel Verdorfer Montag, 29 April 2013

Südtirol, vom Massen- zum Qualitätswein

Südtirol liegt zwischendrin: zwischen Österreich und der Schweiz auf italienischen Boden. Zwischen alpinen Gipfeln und mediterraner Landschaft. Zwischen deutschem und italienischem Sprachraum. Zwischen weltoffener Neugier und verwurzelter Tradition. Südtirols Reiz liegt in der Vielfalt der Harmonie der Gegensätze. (Eos)
Südtirol, vom Massen- zum Qualitätswein
 
 
 
“Im südlichen Tirol klärte sich das Wetter auf, die Sonne von Italien ließ schon ihre Nähe fühlen, die Berge wurden wärmer und glänzender, ich sah schon Weinreben, die sich daran hinaufrankten, und ich konnte mich schon öfter zum Wagen hinauslehnen.”

Heinrich Heine, Reisebilder III, Kapitel XIII (1830)
Südtirol kann auf eine lange Weinbautradition zurückblicken. Die Räter bauten an den Hanglagen bereits vor 3000 Jahren Wein an. Im frühen Mittelalter blühte der Weinbau auf, und große Flächen wurden mit Rebstöcken bepflanzt. Besonderen Einfluss hatte die Habsburger Monarchie um 1800; in dieser Zeit wurden die Weingärten mit Burgundersorten und Riesling bepflanzt.
Ende des 19. Jh. entstanden die ersten Kellereigenossenschaften (Kellerei Andrian 1893, Kellerei Tramin 1898). In dieser Zeit hatte die Rebfläche in Südtirol ihre größte Ausdehnung, über 10.000 ha (heute sind es knapp 5.300 ha). Bis Anfang der 80er Jahre wurden in Südtirol auf großen Flächen Riesenerträge geerntet. Die Folge: niedrige Qualitäten und niedrige Preise. Die Kellereigenossenschaften füllten vor allem Fässer ab, später erst Flaschenweine, Doppelliter und Liter. Erst Ende der 70er Jahre kam angesichts der Weinskandale in Österreich und Italien das große Umdenken. Seit diesem Zeitpunkt veränderte sich etwas in unserer Region. Die Erträge wurden drastisch gesenkt, Wein wurden nach Lagen ausgebaut, moderne Kellertechnik und -methoden sorgten für einen enormen Qualitätsschub. Man begann auch, den Wein im Holz auszubauen und importierte verschiedenste Fässer aus Frankreich. Auch die Weinberge wurden nach Anbauzonen mit neuen Rebsorten bepflanzt. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Jahr für Jahr verbesserten sich die Weine, und auf dem italienischen Markt etablierte man sich als beste Weißweinregion Italiens. In Südtirol werden mittlerweile 20 Traubensorten angebaut. Heute stehen über 98 Prozent der gesamten Weinfläche unter DOC-Schutz (kontrollierter Qualitätsanbau). Vor allem die weißen Sorten sind hoch im Trend. Dies bestätigen auch die wichtigsten Weinführer im Stiefelstaat. Der „Gambero Rosso“ kürt seit Jahren die Region zum besten Weißweinland. Aber auch rote Sorten erleben einen großen Aufschwung, insbesondere Südtiroler Blauburgunder, Lagrein und auch die traditionellste und eine der wichtigsten Sorten hierzulande, der Südtiroler Vernatsch. Hoffen wir, dass dieser positive Trend noch lange anhält. In diesem Sinne, sehr zum Wohle!

Daniel
 
 
 
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