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Paolo Samstag, 31 Oktober 2015

Postrivoro, Kultstätte Gastronomischer Pilger

Beginnen wir mit dem Namen: Postrivoro. Im Wörterbuch finden Sie darüber ganz bestimmt keinen Hinweis. Nach Enrico Vignoli, dem Assistenten von Massimo Bottura und Erfinder des Neologismus ist Postrivoro ein seltsames, sehr gefräßiges Tier aus dem Mittelalter das in einem Bordell geboren wurde. Bevorzugt sich gut zu ernähren und genauso gut zu trinken. Tatsächlich ist Postrivoro eine gastronomische Veranstaltung in Faenza die immer in unterschiedlichen Stellen stattfindet, jedes Mal wenn das betreffende Tier hungrig aufwacht und seine Mahlzeit fordert. Diese wird bei Sonnenuntergang serviert und wird vor dem nächsten Sonnenuntergang wiederholt. Daher am Samstagabend und Sonntag zu Mittag.
Postrivoro, Kultstätte Gastronomischer Pilger
 
 
 
„Postrivoro ist eine fast imaginäre, gelegentliche, gastronomische Veranstaltung die ab und zu in Faenza stattfindet und an der ich die Ehre hatte als Sommelier teilzunehmen.“
Das Schöne an Postrivoro ist der Spaß am experimentieren, die Wagemut ohne sich Grenzen zu setzten, Zaubertricks mit Flaschen und vor allem volle Freiheit in der Kochkunst. Meistens sind es  junge Köche und Sommeliers die seit Jahren in namhaften europäischen Restaurants arbeiten und als ehrenamtliche Helfer begeistert mithelfen: Architekten, Ingenieure, Ärzte und Freiberufler die mit dem Gaststättengewerbe nichts zu tun haben. Kurz gesagt, Postrivoro ist eine abnorme Realität, ein bisschen verrückt aber bereits Kultstätte Gastronomischer Pilger der Halbinsel. Es gibt nur einen Tisch an dem zwanzig, maximal einundzwanzig Personen Platz haben. Nie wie in diesem Fall ist eine Reservierung zwingend erforderlich. Dazu gehen Sie auf die Website ( postrivoro.it) und schlagen sich durch. Sie fragen sich bestimmt warum ich über dieses seltsame Tier schreibe, nicht wahr? Der Grund ist schnell gesagt: Ja, als er das letzte Mal zwischen dem 26. und 27. September dieses Jahres aufwachte, kam ihm die Idee Oswaldo Oliva an den Herd zu rufen und mich an den Flaschen. Postrivoro  liebt Glückspiele und entschied sich für diesen Anlass für einen mexikanischen Koch der sieben Jahre lang im Mugaritz in Errenteria im Baskenland arbeitete und eines der besten Restaurants auf der  Welt ist und mich, da ich seit fünf Jahren als Sommelier beim Stüa de Michil arbeite. Und was können ein Mexikanischer Sonderling mit der Kochleidenschaft und ein unwahrscheinlicher veronesischer Radfahrer der in Südtirol arbeitet und flüssige Gefühle verfolgt, gemeinsam unternehmen? Sie tun das einzige, was Sinn macht, oder versuchen es zumindest: kombinieren eine abwechslungsreiche Küche, schwebend zwischen Spanien und Südamerika mit einem Weinkonzept, bevorzugt von kleinen Produzenten die das Gebiet favorisieren. Nach Aussage der Postrivori, das heißt der anwesenden Tischgästen, scheint das Ergebnis mehr als zufriedenstellend ausgefallen zu sein. Wir begannen mit einem "alten Amerikaner in Corvara", das heißt einem klassischen amerikanischen Cocktail bestehend aus einem Aufguss aus Waldbeeren die für einen Monat oxidierten, gefolgt mit einer Trilogie von Karotten kombiniert mit dem Pulsar von Roberto Ferrari der alle verblüffte.  Oh ja, wir hatten viel Spaß dabei: neben Lauch, Zitronen und Muscheln erschien ein Chablis 1er Cru Les Forêts 2009, Patrick Piuze; zusammen mit Erdnüssen und Krabben erschien der legendäre Dolomytos. Weiter: neben Kräuter, gereifter Käse und Enten-Glasur kam am Samstagabend ein Côte de Nuits Villages 2003 Domaine Gérard Julien & Fils und am Sonntagmittag ein Nuits Saint Georges 2002 Domaine Gérard Julien & Fils hinzu. Zum befeuchten des Seehechts, Pistazien und Kohlrabi wurde ein weißer Manzoni Fontasanta Foradori 2014 aufgeschenkt. Zur Verdauung von Rindfleisch, Kaffee und Knochenmark opferte sich ein Ciliegino von Simone Spagnoli 2012. Schwein mit Curry und schwarze Banane begoss ein Lagrein ris. Egger Ramen 2009. Stracciatella und Schokolade wurde mit einem Bier Bruton 10 befeuchtet und schließlich wurde die Brunnenkresse mit rosa Pfeffer und Pfirsich begleitet. Thymian und Limo waren dann schließlich die Endstation. Kurzum: Ich und Oswaldo waren über alles in vollem Einverständnis. Auch darüber, dass Postrivoro wirklich ein intelligentes Tier sei, dass von ebenso fähigen Personen erschaffen wurde die es lieben mit Geschmack von sehr originellen Geschichten zu kochen und diese mit Leidenschaft zu würzen.

Paolo Baraldi
 
 
 
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