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Themen:     Kultur & Tradition (13)  
Tags:    Ladinisch     Südtirol
 
CB
Concetta Bonaldi Dienstag, 12 Februar 2013

Leidenschaft für die Tracht

Für dieses traditionelle Kleidungsstück werden rund 20.000 Nähstiche benötigt. Und es gibt noch Menschen, die sie nähen. Mit unendlicher Freude.
Leidenschaft für die Tracht
 
 
 
manchmal nähe ich sogar die ganze Tracht von Hand und dafür sind rund 20.000 Nähstiche notwendig

Wir haben uns mit Clara Castlunger Valentin in ihrem Haus in St. Martin in Thurn getroffen. Clara wurde am 6. April 1946 in St. Martin in Thurn geboren und näht seit mehr als dreißig Jahren Trachten für die Musikkapelle und den Trachtenverein.

Clara, wann ist deine Leidenschaft für die Tracht entflammt?
1982 habe ich einen ersten Kurs besucht, um das Trachtennähen zu erlernen. Ich habe mit großem Enthusiasmus begonnen. Eine Tracht zu nähen bedeutet für mich eine mindestens 250 Jahre alte Tradition weiterzugeben. Als Schneiderin war die Näherei für mich schon immer wichtig und eine große Leidenschaft. Das Nähen einer Tracht ist mühselig und anstrengend, aber es bereitet mir große Freude; manchmal nähe ich sogar die ganze Tracht von Hand und dafür sind rund 20.000 Nähstiche notwendig.

Wie hat sich die Tracht im Laufe der Zeit verändert?
Vor vielen Jahren waren alle Trachtenstoffe noch Handarbeit. Das war sehr aufwändig: Im Herbst begann man mit dem Schafescheren, dann wurde Flachs gesät und später zu Fäden verarbeitet. Heute näht man eine Tracht mit bereits fertigen Stoffen, aber es ist trotzdem noch eine mühselige Prozedur. Mit dem Leinenstoff macht man die Bluse, die Schürze ist dunkelblau und das Leibchen rot. Die Spitzen hingegen sind handgeklöppelt. Vor einiger Zeit wurde der heute rot gefärbte Stoffgürtel bestickt. Im Winter wird die Tracht mit einem zwiebelförmigen Hut (in Ladinisch “ciuria da pozi”) ergänzt, während der Sommerhut etwas leichter ist. Die Strümpfe sind immer weiß. Außerdem gibt es einen metallenen, von einem Schmied angefertigten Gürtel.

Gibt es einen Trachtenverein?
Ich bin Mitglied des 2005 gegründeten Trachtenvereins (in Ladinisch “Uniun guant da zacan”). Jedes Jahr nimmt der Trachtenverein an verschiedenen traditionellen Veranstaltungen und Festen teil. Wir alle tragen unsere Tracht mit viel Stolz und auch die jungen Mädchen unseres Vereins zeigen großes Interesse für dieses traditionelle Kleidungsstück.

Welche Bedeutung hat deine Arbeit für dich?
Die Erhaltung des Brauchtums ist sehr wichtig. Wenn ich meinen Beitrag zur Erhaltung unserer Kultur leisten kann, dann erfüllt mich dies mit Freude. Außerdem freut es mich, wenn ich bei einer Modenschau die von mir genähten Trachten sehe und wenn diese korrekt getragen werden.


Die Tracht ist ein traditionelles Kleidungsstück, welches die Ladiner am Sonntag zum Gottesdienst trugen. Eine Tracht besaß meist nur, wem es finanziell recht gut ging; alle übrigen trugen das sog. Bauerngewand (“guant da paur”). In den Gürteln der Frauen befanden sich stets eine Gabel und ein Löffel für eine eventuelle Einladung zum Mittagessen.

Concetta Bonaldi

 
 
 
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