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Themen:     Kultur & Tradition (13)  
Tags:    Essen     Ladinisch
 
CB
Concetta Bonaldi Samstag, 30 März 2013

Ladinische Osterbräuche

Die Mädchen verschenkten ihre Eier am Ostermontag: Zwei Eier bekam jeder Mann, vier bekamen die Nervensägen, sechs der Verlobte und zwölf der Verlobte, wenn das Mädchen ihn noch vor Jahresfrist zu heiraten gedachte.
Ladinische Osterbräuche
 
 
 
Diese Bräuche verbinden die Menschen mit längst vergangenen Zeiten, in denen solche kleinen Gewohnheiten das Osterfest zu etwas wirklich Besonderem machten – und das ganze Dorf daran teilnahm.
Zu den besonderen ladinischen Ostertraditionen gehört der – in Italien sonst unbekannte – Brauch, noch vor dem Fest gekochte Hühnereier bunt zu färben. Zusätzlich zu den verschiedenen Farben dürfen die Eier auch mit allerlei Blumen- oder Glückwunsch-Aufklebern verziert oder mit einem speziellen Messer bearbeitet werden, mit dem man die Eierschale ornamental einritzen kann. Bei der Handhabung des Messers ist freilich eine gewisse Kunstfertigkeit von Nöten, weil die Schale so leicht zerbrechen kann.
Früher einmal war es unter den Mädchen Sitte, diese gefärbten und verzierten Eier am Ostermontag den Burschen aus dem Tal zu schenken: Zwei Eier bekam jeder Mann, vier bekamen die Nervensägen, sechs der Verlobte und zwölf der Verlobte, wenn das Mädchen ihn noch vor Jahresfrist zu heiraten gedachte. Die Eier, die dem künftigen Bräutigam zugedacht waren, mussten in einer Glasdose liegen, die ebenfalls von Hand bemalt und verziert sein musste. Wenn ein Mädchen am Tag nach Ostermontag noch Eier zuhause liegen hatte, musste sie diese schleunigst im Gemüsegarten verstecken – alles andere hätte ein schlechtes Omen für die Suche nach einem Ehemann bedeutet.
Die Burschen wiederum verbrachten den Ostermontag mit dem „Cufè“, einem Wettkampf, bei dem die gefärbten Eier im Mittelpunkt stehen: Immer zwei Spieler hatten ein Ei zu wählen und zunächst die Härte seiner Schale an den eigenen Schneidezähnen zu testen. Anschließend pickten sie die Eier gegeneinander – zunächst mit der spitzen Seite, dann mit der runden. Wer gewinnen wollte, musste das Ei des Gegners auf beiden Seiten „einditschen“ – worauf er dessen Ei als Gewinn einstecken durfte. Diese alte Sitte wird in den ladinischen Tälern heute noch von vielen Männern praktiziert.
Ein anderer ladinischer Osterbrauch betrifft das festliche Mittagessen: Vor der Ostermesse stellen die Menschen Körbe voller Lebensmittel vor den Altar – so etwa mit dem süßen „Osterbrot“, aber auch mit Würsten, Gebäck oder der traditionellen Meerrettichwurzel. Diese Körbe werden am Ende der Messe vom Pfarrer geweiht. Die geweihten Lebensmittel werden dann von der ganzen Familie zum Mittagessen gekostet – alles kommt auf einen einzigen großen Teller, und der Geschmack der süßen Dinge verbindet sich mit dem der salzigen.

Concetta Bonaldi
 
 
 
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