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Themen:     Meinung & Politik (23)  
Tags:    Gedanken     Sassongher
 
michil Montag, 1 Februar 2016

Gefällt mir, gefällt mir nicht, tut mir leid

Mir würde es gefallen, wenn es noch die Apachen gäbe, die gesagt haben: „Seht ihnen zu, wie sie aufgehen über dem Horizont zwischen Himmel und Erde, wenn ihr aufgeht, dann seid unsere Führer, ihr Sterne seid unsere Meister, lehrt uns zu sein so wie ihr, vereint.“
Gefällt mir, gefällt mir nicht, tut mir leid
 
 
 
Mir gefällt Bob Dylan, der uns in seinem „Blowing in the Wind“ erzählt, dass man schnell sein muss, um die Antworten zu verstehen, die einem der Wind schickt.
Mir gefällt die geliebte Frau, die ich geheiratet habe. Mir gefallen die guten Absichten, auch wenn, wie Herodot einst sagte, eine gute Absicht noch keine gute Aktion ist. Mir gefällt es, gnadenlos optimistisch zu sein. Was mir nicht gefällt, sind Leute, die sich immer nur beklagen. „Wenn jemand einen Eimer sucht, um seinen Müll wegzuwerfen, sorge dafür, dass nicht dein Geist dieser Eimer ist“ – diese Aussage des Dalai Lama gefällt mir wiederum sehr.
Wenn jemand flucht, dann gefällt mir das überhaupt nicht. Mir würde es gefallen, wenn es noch die Apachen gäbe, die gesagt haben: „Seht ihnen zu, wie sie aufgehen/ über dem Horizont zwischen Himmel und Erde/ Wenn ihr aufgeht, dann seid unsere Führer, ihr Sterne seid unsere Meister/ lehrt uns zu sein so wie ihr, vereint.“ Dagegen gefällt mir nicht, wie unser Europa zerfällt. Nein, wer Mauern errichtet, gefällt mir nicht, auch die Gewalt der Chinesen gegen die Tibetaner gefällt mir nicht, die der multinationalen Konzerne gegen die Eingeborenen, die der aggressiven Männer gegen die Frauen in Köln, und mir gefallen auch Menschen nicht, die nur die Achseln zucken und, schlimmer noch, sagen „Ich kann eh nichts tun“ und dann womöglich ihre Ersparnisse in europäische Fonds investieren, die auf Landraub in Afrika oder Südamerika basieren. Mir gefällt übrigens auch nicht, wer sich für das „Made in Italy“ einsetzt, dabei mit den kleinen Betrieben spekuliert und sich anschließend öffentlich im Fernsehen schön macht. Und mir gefällt nicht, wer sich als grün und nachhaltig verkauft, dabei aber nur seine Marketing-Strategie im Kopf hat. Und mir gefällt nicht, wie uns die Banken für dumm verkaufen. Selbst die Südtiroler Banken. So wenig wie mir gefällt, wenn es heißt, dass die Weltklimakonferenz von Paris ein Erfolg gewesen ist.
Mir gefällt „Swordfishtrombones” von Tom Waits, diesem außergewöhnlichen Dichter. Und mir gefallen die Arbeiten von Josef Kostner, dem Dissidenten-Künstler, die in unseren neuen Büros ausgestellt sind. Sehen Sie sie sich an, es lohnt sich. Mir gefällt auch Tim Buckley, und Bob Dylan, der uns in seinem „Blowing in the Wind“ erzählt, dass man schnell sein muss, um die Antworten zu verstehen, die einem der Wind schickt. Mir gefällt der Südtiroler Blauburgunder. Aber der französische Pinot Noir, der echte, ist unerreichbar. Mir gefallen keine Sündenböcke. Mir gefällt nicht, wer Barrieren errichtet. Mir gefallen Leute nicht, die immer und überall den Zyniker rauskehren. Es tut mir leid um Omar Sharif, denn der panafrikanische Traum des Lawrence von Arabien scheint zusammen mit ihm gestorben zu sein.
Mir gefällt der Sassongher, auf dem alle hundert Jahre ein Spatz landet, um sich den Schnabel zu schärfen. Und wenn nach all dieser Feilerei der ganze Berg abgetragen sein wird, dann hat die Ewigkeit immer noch nicht begonnen. So hat es mir mein Meister Lezuo erzählt. Eines Tages werden sich unsere Berge zerkrümelt haben, aber das tut mir nicht leid. Doch mir gefallen diese hohen Masten nicht, die sie in la Villa auf der Gran Risa montiert haben.
Mir gefallen die angestrahlten Autos nicht, die in unseren Bergdörfern auf Sockeln ausgestellt werden. Sie sind wie ein Big Brother, der die Konsumenten kontrolliert. Denn genauso nennen sie und wir uns: Konsumenten.
Es missfällt mir, dass ich mir selbst gegenüber nicht mehr konsequent und radikal bin. Aber es gefällt mir zu denken, dass ich es sein könnte, wenn ich will, und dass sich die Dinge auch ändern können. Die „große Seele“ kommt mir in den Sinn – ja, mir gefällt Mahatma Gandhi, der freundliche Rebell, und sein Salzmarsch. Und mir gefällt Jesus.
Ganz besonders gefällt es mir, meine Berge anzusehen.
Mir gefällt es, die kahlen Lärchen anzusehen: Ihre Wiedergeburt ist nahe.
Mir gefallen keine Gewohnheiten, die verfälschen die Sinne und verstecken das wahre Wesen der Dinge. Gewohnheiten machen uns dumm.
Mir gefällt es zu denken, dass das schönste Jahr erst noch kommt, dass wir die großartigste Form von Schönheit überhaupt noch nicht gesehen haben und dass, 2016 ein besseres Jahr wird als das, das vorüber ist.

Michil Costa
 
 
 
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