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Themen:     Haus & LaPerla (40)  
Tags:    Familie Costa     Gedanken
 
Michil Samstag, 1 Februar 2014

Gedanken aus den Dolomiten

Gedanken aus den Dolomiten
 
Wenn die Gäste im Hotel ankommen, machen sie oft finstere Gesichter. Sie sind erschöpft von der langen Anreise und gestresst von den vergangenen Monaten, in denen sie im Büro saßen, Probleme lösen und Lösungen finden mussten, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und in ständiger Zeitnot. Sie sind gestresst vom ständigen Druck, zu planen und zu entscheiden, Ziele zu erreichen, zu produzieren und zu realisieren. Doch von diesen traurigen und müden Gesichtern dürfen wir uns nicht erschrecken lassen. Wir dürfen uns kein Urteil erlauben, wenn wir zur nahe an der Wirklichkeit dran sind. Erst die folgenden Urlaubstage werden den wichtigen Dingen im Leben das nötige Gewicht verleihen. Denn fast immer reichen wenige erholsame und heitere Tage, um auch dem gestresstesten Gast die Schönheit seiner neuen Umgebung, die Energie der Berge, den Geist der Ferien zu vermitteln. Und genau das macht uns glücklich: wenn es uns gelingt, dass unser Gast zufrieden wieder abreist – dann hoffen wir, dass es uns nicht mehr vergisst. Und genau aus diesem Grund ist unser Beruf der schönste der Welt.
24. Januar 142014

Wenn es etwas gibt, das ich wirklich nicht akzeptieren kann, dann sind es diese Handys, mit denen man fotografieren und filmen kann und die mittlerweile zu einer Prothese unserer Persönlichkeit geworden sind. Es ist ja nicht so, dass ich kein Handy benützen würde, im Gegenteil! Ich verschicke unzählige SMS jeden Tag. Doch ich verschicke sie nicht, während sich jemand mit mir unterhält. Ich checke auch meine Messages nicht, während ich mit einem Freund spreche, mit einem Gast oder einem Lieferanten. Ich finde es vielmehr bestürzend, dass viele Menschen ihren Blick gar nicht mehr von ihrem Smartphone abwenden können – während sie essen, selbst während sie die Zeitung lesen. Haben sie denn gar keine Angst davor, den Kontakt zu ihrer Umgebung zu verlieren? Klar, das alles ist Fortschritt, ist Modernität. Doch gutes Benehmen ist keine modische Zeiterscheinung. Und deshalb denke ich gar nicht daran, mein uraltes Handy, mit dem ich nicht einmal Mails lesen kann, gegen ein neues einzutauschen – zur Verzweiflung unserer Hotelleitung übrigens. Es tut mir von Herzen leid, aber Multitasking ist einfach nicht mein Ding, und ich will auch nicht permanent online sein. Ich bin halt ein bisschen altmodisch. Ich weiß.
11. Januar 2014

Gemäß der Gemeinwohlökonomie, nach der unser Betrieb nun schon seit einiger Zeit handelt, trifft bei uns nicht mehr die Familie Costa alle Entscheidungen, und erst recht nicht der Verfasser dieser Zeilen. Es sind vielmehr die einzelnen Bereichsleiter, die entscheiden. Vor ein paar Tagen haben wir uns zusammengesetzt, um eine wichtige Frage zu lösen. Die Frage war derart wichtig, dass sich einige von uns - mich eingeschlossen – ihrer Stimme enthalten haben. Manchmal muss man in sich hineinhören und seinem Instinkt folgen. Denn Entscheidungen können nicht immer rational begründet sein. Nicht alles ist vorhersehbar und mathematisch vorherzubestimmen. Und das kurzfristige Ergebnis ist weniger wichtig als unsere gesamte Fortentwicklung. Doch an einem bestimmten Punkt muss eine Entscheidung getroffen werden, sonst riskiert man das böse Ende von Buridans Esel, der zwischen zwei Heuhaufen verhungerte, weil er sich nicht zu entscheiden wusste.
8. Januar 2014

Meeting mit den Kellnern und Kellnerinnen vor ein paar Tagen. Ich bin ein Mensch, der immer nach neuen Herausforderungen sucht und diese mit neuen Gelegenheiten verbindet. Daher verändere ich auch gerne Dinge im Betrieb. Mir ist aber auch klar, dass für die meisten Menschen selbst kleine Veränderungen schwierig zu verdauen sind. Und doch bin ich davon überzeugt, dass sie uns zum Sprießen bringen, dass sie uns neue Möglichkeiten aufzeigen, uns aufheitern und in uns prickeln wie frischer Schnee, der von den Schneeschuhen fällt, wenn wir durch den Wald wandern. Andere Male habe ich dagegen den Eindruck, dass wir zu Gefangenen unserer eigenen Überzeugungen zu werden drohen, Überzeugungen, die uns unsere Umgebung aufzwingt, aber auch mentale Verhärtungen, die wir uns selbst zuzuschreiben haben. Ein allzu methodisches, unbewusstes Leben limitiert uns jedoch. Was wir vielleicht am meisten brauchen, um einen Betrieb wie den unseren am besten zu führen, ist nur Gleichgewicht: zwischen Tradition und Innovation, zwischen Leidenschaft und Intelligenz, zwischen Mut und Vorsicht. Doch immer im Bewusstsein, dass die Landkarte nie das Land darstellt. Denn alles ist permanent in Veränderung begriffen.
30. Dezember 2013

Wir haben einen außergewöhnlich schönen Beruf. Er ist schön, weil er vielfältig ist, weil wir an einem hinreißend schönen Stück Erde leben, weil wir jeden Tag Menschen treffen, deren größter Wunsch es ist, bei uns die schönste Zeit ihres Jahres zu verbringen. Schön ist der Beruf aber auch, weil die Jungs und Mädchen in der Küche Liebe und Einsatz in ihre Arbeit stecken, weil unsere Kellner und Kellnerinnen bei der Arbeit lächeln, weil die Zimmermädchen uns ihre Geschichten erzählen, weil Arturo, der Hausmeister, zwar immer auf die ganze Welt sauer ist, aber auch ein ganz lieber Kerl ist, und weil unser ganzes Team vergnügt ist und zusammenhält. Denn wir alle haben verstanden, dass es immer eine Lösung gibt, meistens sogar mehrere. Und weil ein gemeinsames Ziel bedeutet, dass wir alle gemeinsam in die selbe Richtung segeln, um unser Schiff in den Hafen zu bringen. Was bedroht von Windstille, Sturm und Hochwasser immer die größte Genugtuung von allen ist.
27. Dezember 2013

Ein Hotelier sollte mehr Zeit mit seinen Mitarbeitern als mit seinen Gästen verbringen. Denn sie sind die „Multiplikatoren“ des Lächelns und diejenigen, die die Philosophie des Hauses an den Gast bringen. Ein guter Hotelier sollte stets eingedenk der Worte Goethes handeln: „ Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten, und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können.“ Ein Hotel ist keine statische Struktur, sondern ein lebender Organismus. Ein Hotel hat nichts Mechanisches an sich, sondern ist ein Ort, in dem der herrschende Spirit begriffen und bestmöglich in Praxis umgesetzt werden muss. Ein Hotelier, der sich selbst treu bleiben will, sollte sich nicht mit seiner Rolle identifizieren, sondern diese Rolle so gut wie möglich erfüllen. Das Hotel ist auch ein Ort, an dem man weniger an Konkurrenz denn an Kooperation denken sollte. Ich bin der Meinung, dass ein guter Hotelier an sich selbst arbeiten sollte, wenn er besser als die anderen sein möchte. Denn sein wahres Ziel darf nicht schlichter Profit sein, sondern das Wohlbefinden von allen und allem, was um den Betrieb herum kreist, ganz so, wie es die Gemeinwohl-Ökonomie vorsieht. Wir glauben daran. Und deshalb haben wir den schönsten Beruf der Welt.
13. Dezember 2013

michil costa
 
 
 
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