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Themen:     Natur & Umwelt (33)  
Tags:    Dolomiten     Landschaft     Südtirol
 
Elide Dienstag, 22 Oktober 2013

Fanes

Die Auróna, “el paìs dal òr y da la lùmes” (das Land des Goldes und des Lichtes). Massenhaft Gold und Edelsteine, nur einen Makel hat das Ganze: die mächtigen goldenen Torflügel bleiben immer fest verschlossen, kein Lichtstrahl dringt von außen hinein. Es ist dunkel, im Dunklen sehen Edelsteine gar nicht edel aus, sie leuchten nicht.
Fanes
 

Ja, der König hat mit den Mächten der Unterwelt einen Vertrag abgeschlossen: er verzichtet für sich und die Seinen auf das Tageslicht, wenn er nur immer Gold und Edelsteine finden kann, so viel er will.
Eine Metapher unserer Zeit vielleicht? Nein, “les stories de Fanes é pö tröp plö vedles”, die Legenden des Fanes stammen aus uralter mündlicher Überlieferung des Dolomitenvolkes. Die “Auròna”, ist eine der vielen davon, aus einem mystischen Reich aus vergangenen Zeiten, das Reich der Fanes. Mit Notizbuch an der Hand, war Karl Wolff in den Frühen 1900-Jahren jahrelang auf der Spuren der „Dolomiten Sagen“. Den Erinnerungen alter Ladinern hörte er geduldig zu und schrieb eifrig mit. So fanden sie den Weg zur Schrift und zu neuem Glanz.
Was der Name “Fanes” bedeutet, darüber ist man sich heute immer noch nicht einig. Die “Alpe Fanes” wurde zum ersten Mal im Jahre 1002-1004 genannt. Das Hochplateau, des heutigen Naturpark Fanes Sennes Braies streckt sich zwischen Enneberg, Toblach, Cortina und Abtei. Es ist kein grünes Weideland, steinig und zerklüftet, reich an Seen und Faszination. Nur durch langen Fußmarsch erreichbar, zieht es neugierige Wanderer und Bergsteiger an.
Da oben, zwischen Hoher Geisel und Conturines, gab es einmal ein dicht besiedeltes Reich sagt man, sein Fürstenzsitz, die Fànisburg, lag an der Conturines, die Murmeltiere galten als Schutzgeister und enge Verbündete. Doch dann kam das Verhängnis, als der letzte König der Fanes sich von Ihnen abwandte, ging das Reich unter. Heute, hört man es noch, das Pfeifen der Murmeltiere, an den Schachten des Lagazuoi, zwischen kalten Felsen und weißen warmen Sonnenstrahlen, in der stillen Luft des Herbsts; als würde der Wind mit uns zu sprechen, uns vom einstigen Glanz des Fanes Reiches erzählen wollen, als Mensch und Natur enge Verbündete waren.

Elide 

Quelle: 2009, Karl F. Wolff, “Dolomiten Sagen” (Spectrum, Verlagsanstalt Athesia Bozen)

 
 
 
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