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Themen:     Haus & LaPerla (78)  
Tags:    Corvara     Radsport
 
michil Freitag, 1 April 2016

Fahrräder, Krokusse und Alpenveilchen

1987 waren gerade mal 144 Radfahrer am Start, heute sind es mehr als 35.000. Im Mai kommt die Königsetappe des Giro d’Italia nach Corvara, um das 30jährige Bestehen der Maratona dles Dolomites zu feiern. Und auch die Ciasa La Perla steigt aus diesem speziellen Anlass in den Sattel.
Fahrräder, Krokusse und Alpenveilchen
 
 
 
„Aber in den Sattel zu steigen werden sie sich doch wohl trauen?” Auf einmal ist es ganz still. Gesprochen hat der am wenigsten junge, über sein Blatt gebeugt, aus dem er ganz langsam ein Herz As zieht. Und auf einmal wendet sich das Spiel, das alle schon verloren glaubten."
Ein Tal mitten in den Bergen. Im Sommer machen hier ein paar Touristen Ferien. Im Winter wesentlich mehr. Aber zwischen diesen beiden Jahreszeiten? Na gut, ein bisschen was tut sich auch dann. Fuchs und Hase sagen sich auf den Hotelparkplätzen gute Nacht. Doch Leute von außerhalb? Fehlanzeige. So ist es auch im Juni 1987. Draußen belebt sich langsam die Natur, Primeln und Alpenveilchen spitzen aus den schon grünen Wiesen. In der Dorfwirtschaft sitzen vier Freunde zusammen, trinken Spritz, spielen Karten. Und reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.
„Ein paar Touristen mehr im Juni wären nicht schlecht... oder im September. Oder auch schon im Mai, da ist es doch schön bei uns, die Krokusse blühen!“ „Die interessieren doch keinen, deine Krokusse. Auch die Lärchen treiben aus – na und?“ „Aber die Tage werden länger, die Farben sind herrlich!“ „Klar sind die Farben herrlich. Das Orange von einem frischen Spritz zum Beispiel!“
„Warum holen wir denn nicht einfach ein paar Leute her?” „Und was sollen die hier machen? Karten spielen vielleicht? Mit uns Spritz trinken?“ „Passt mal auf, wie wäre es mit ‚Gadertal, das Pilzparadies’? Wir können uns doch als Steinpilz-Eldorado verkaufen!“
„Da wird sich die Forstpolizei freuen.” „Wie wäre es dann mit Kletterangeboten?“ „Aber den Städtern wird’s doch schon schwindlig, wenn sie nur auf eine Leiter steigen müssen, um eine Glühbirne auszuwechseln.“
„Aber in den Sattel zu steigen werden sie sich doch wohl trauen?” Auf einmal ist es ganz still. Gesprochen hat der am wenigsten junge, über sein Blatt gebeugt, aus dem er ganz langsam ein Herz As zieht. Und auf einmal wendet sich das Spiel, das alle schon verloren glaubten. Die anderen drei sehen ihn entgeistert an. „Was soll das heißen, in den Sattel steigen?“, fragen sie unisono. „Wir könnten ein Rennen organisieren. Ein Radrennen. Mit Fahr-rä-dern, ihr wisst schon. Die Dinger mit dem Sattel und den Pedalen. Wir legen die Strecke über sechs oder sieben Pässe, am besten die härtesten: Fedaia, Duron, Staulanza, Valparola...“. „Ach komm, da derrennen die sich doch alle!“ Der jüngste der Gruppe erhebt das Glas, „auf die Gesundheit!“ „Mit der ist es auch nicht mehr weit her...“, kichert ein anderer, der schon ein bisschen viel Spritz intus hat.
„Und wir organisiert man ein Radrennen?“ „Ganz einfach, da gehört nicht viel dazu“, antwortet der Erfinder der verrückten Idee, zeigt sein As und knallt es auf den Tisch. „Diese Partie habe ich gewonnen. Und bei der anderen erkläre ich euch jetzt, wie es geht... wir zeichnen die Strecke auf, mit allen Anstiegen, Abfahrten und Höhenunterschieden. Dann müssen die Fahrer natürlich auch essen, also müssen wir Verpflegungskontrollen organisieren. Wir machen 50 Kopien vom Streckenplan und verschicken sie per Post. Jeder von uns ruft fünf Freunde an. Vom Startgeld kaufen wir Zeitmesser, ein Megafon, Speck und Käse, einen Pokal und Gratistrikots für alle! Ja, gratis, die Trikots sind im Startgeld inbegriffen. „Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die Leute zahlen, nur um sich dann abzuplagen? Und wenn sich einer verletzt?“ „Ach ja, genau, wir brauchen noch hier einen Rettungswagen und dort auch. Und die Feuerwehr soll das Grillfest organisieren. Und die Dorfkapelle die Fahrer begrüßen!“
Gesagt, getan. So verlief die Geburtsstunde der Maratona dles Dolomites. 144 Fahrer gingen im ersten Jahr an den Start. Der Sieger brauchte für die Strecke über zehn Stunden. Der letzte Fahrer kam spät nachts ins Ziel. Der Preis bestand in einem Schulterklopfer, einer Einladung zum Bier, dem versprochenen Trikot und einem abschließenden Handschlag: bis zum nächsten Jahr! Es war ernst gemeint. Und im nächsten Jahr standen bereits doppelt so viele Fahrer am Start. Der letzte, der ins Ziel kam, war fast erfroren. In den Folgejahren reisten so um die tausend Teilnehmer an. Dann kamen Schnee, ein abgebrochenes Rennen, Unfälle. 3000 Fahrer. Jetzt war auch das Fernsehen dabei. 6000 Fahrer. Auch ein paar bekannte Namen tauchten jetzt auf. Und noch einmal tausend mehr. Es gab Sponsoren und Leute, die aus Amerika und Australien anreisten. Die Straßen wurden für den Verkehr geschlossen. Wir nähern uns der Gegenwart.
In diesem Jahr haben wir über 35.000 Anfragen für die Maratona erhalten. Und ausgerechnet heuer im Mai – wenn die Rehe ganz nahe ans Dorf herankommen, wenn Mathias sein Haus renoviert und mit Merch biken geht, wenn Manuel Einstellungsgespräche mit den Kellnern führt (aber nur bei schlechtem Wetter, bei gutem hat er anderes zu tun), wenn auch ich normalerweise auf dem Sassongher unterwegs bin, wenn sich unser Chef Nicola am Meer erholt und Stefan zwischen London und Paris pendelt, um sich Inspirationen zu holen (sagt er zumindest), und wenn Mama und Papa Golf spielen – ausgerechnet für diesen Moment haben wir uns anlässlich des 30. Jubiläums der Maratona dles Dolomites ein Geschenk gemacht: Die Königsetappe des Giro d’Italia führt über die selbe Strecke wie die Maratona und hat Corvara als Ziel. Und deshalb öffnet unsere Casa La Perla zum allerersten Mal schon am 20. Mai ihre Tore. Für ein paar Tage. Auch das Ladinia sperrt bereits auf – und bleibt durchgehend bis zum November geöffnet.
Wir werden uns ganz in Rosa hüllen, in die Farbe des Giros. Es wird jede Menge los sein. Natürlich tut es mir leid für Fuchs und Hase, die sich in diesen Tagen vor unserem Hotel vermutlich nicht gute Nacht wünschen werden. Dafür wird der Rummel zu groß sein. Wir befinden uns aber auch schon in der schönen Jahreszeit, und Alpenveilchen, Primeln, Krokusse und Radfahrers werden herrlich bunte Akzente setzen. Ja, der Traum unserer vier Freunde, der jetzt schon viele Jahre alt ist, lebt unermüdlich weiter – in Richtung Fahrrad. Feuern wir also alle an, die an diesem Maitag unterwegs sein werden, und erheben wir gemeinsam das Glas auf diesen großartigen Dolomitenzirkus, der ganz im Zeichen des Fahrrads steht.

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