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Themen:     Ereignisse & Festlichkeiten (27)  
Tags:    Familie Costa
 
michil Mittwoch, 1 Februar 2017

Ein Wunder

Liebe Gäste, heute erzähle ich Ihnen eine wunderschöne Geschichte. Eine dieser Geschichten, die so unverhofft aufblühen wie ein Sommergewitter. Wenn zwischen Sonne und Regen nur ein Wimpernschlag liegt.
Ein Wunder
 
 
 
Doch dann beschloss der junge Ernesto, dass er eigentlich um keinen Preis der Welt länger als für ein paar Ferienwochen seine heimischen Berge verlassen möchte. Anni hingegen dachte noch Jahre später immer wieder an das herrliche wohltuende Wasser im großen Thermalbecken von Bagno Vignoni zurück.
Es waren einmal zwei junge und hübsche Toskanerinnen, lebensfrohe, begeisterte Kletterinnen und auf Besuch in unseren Dolomiten. Natürlich rissen sich die Einheimischen darum, die Mädchen zu begleiten; es waren die wilden Sechziger Jahre, Jahre voller Leben, Hoffnung und Liebesgeschichten, die so gar nichts von dem alten hiesigen Sprichwort hielten, nach dem „Ladiner Ladinerinnen“ heiraten sollten. Zur Gruppe der unternehmungsfreudigen jungen Männern gehörte auch Ernesto, mein Vater. Im Sommer arbeitete er als Installateur, im Winter als stets gut gelaunter Skilehrer. Die Jobs ermöglichten ihm eine sorglose Jugend, ließen ihn in einem Tal Geld verdienen, im dem bis vor wenigen Jahren noch Armut geherrscht hatte. Er leistete sich sein erstes Motorrad, schicke Klamotten, Abenteuer hier und da. Doch dann nahm sich auch Ernesto das alte Sprichwort mit den Ehefrauen zu Herzen. Er lernte meine Mutter kennen; die beiden heirateten und eröffneten das La Perla. Die Oma stand in der Küche, meine Mutter kümmerte sich ein bisschen um alles, und das Hotel funktionierte gleich richtig gut. Meine Eltern platzten vor Energie; Papà entpuppte sich als geborener Gastgeber, der in unserem Club 44 sang und die Gäste unterhielt. Der Club 44 war ein echtes Szenelokal, mit Gegè di Giacomo am Schlagzeug und dem Boxer Nino Benvenuti unter den Gästen. Ein Laden, der lief wie verrückt. Meine Eltern unternahmen viele Reisen. Eine Zeitlang fuhren Anni und Ernesto oft in die Toskana, nach Montalcino, weil sie dort Freunde hatten und weil Papà guten Wein schätzte. Auch das kleine Dorf Bagno Vignoni besuchten sie, kamen dort auf alle möglichen Ideen... denn die Gästesaison ist doch so kurz in Corvara, zu kurz! Die beiden träumten davon, ihren unternehmerischen Spirit in die Toskana auszudehnen. Doch dann beschloss der junge Ernesto, dass er eigentlich um keinen Preis der Welt länger als für ein paar Ferienwochen seine heimischen Berge verlassen möchte. Anni hingegen dachte noch Jahre später immer wieder an das herrliche wohltuende Wasser im großen Thermalbecken von BagnoVignoni zurück. Manchmal machen wir einen Bogen um bestimmte Dinge oder um Menschen, die wir nicht kennen – sei es aus Scham, aus Schüchternheit, aus Unwissenheit. Weil wir uns der Angelegenheit nicht gewachsen fühlen, oder weil die Zeit vergeht. Dann wieder kann es vorkommen, dass in unserem Leben Dinge passieren, die wir erst nicht weiter wichtig nehmen, von denen sich später dann aber herausstellt, dass das ganz entscheidende Dinge waren, Vorboten für etwas, das später geschehen sollte. Eine richtig schöne Geschichte besteht aber auch aus Analogien, aus Protagonisten, die gleich ticken, aus Zufällen. Darüber könnte ich noch einiges sagen, doch das führt uns zu weit weg. Kehren wir also zurück zum Thema und gehen wir schön der Reihe nach vor. Also: Die Rede war von der Toskana, von der Val d’Orcia. Hier, in einer der schönsten Landschaften Italiens, haben wir ein Stück Geschichte kennengelernt, das seine Wurzeln in der zweiten Hälfte des 19. Jhd. hat, jedoch erst im Jahr 1956 richtig losgeht. Denn in diesem Jahr erhält das Albergo Posta Marcucci seine heutige Form. Und in exakt demselben Jahr wird in Corvara ein Hotel eröffnet, das Sie selbst gut kennen! Zufall? Weiter: Nur einen Katzensprung von Bagno Vignoni entfernt gibt es ein Dorf namens Santa Caterina. Und die Kirche von Corvara? Ist derselben Heiligen geweiht! Vor dem Posta Marcucci steht das Il Barrino, eine zweistöckige Bar, bekannt für ihre gute Musik. Früher einmal war sie die Dorfschule. Vor dem Hotel La Perla hingegen steht nicht nur das L‘Murin – zufällig schon mal davon gehört? – sondern auch unsere alte Dorfschule, die später in ein Wohnhaus umgewandelt wurde, in dem ich (Ernestos Sohn) und meine Frau uns zurückziehen, wenn es das Hotelgeschäft erlaubt. Bei so vielen Parallelen und „Zeichen“ können wir gar nicht anders: Wir entschließen uns zu dem großen Schritt. Das Albergo Posta – das bis vor wenigen Monaten noch den Brüdern Marcucci gehörte, den Neffen jener alten Besitzerinnen, die damals als junge Mädchen mit Ernesto in die Berge gezogen waren und die später das Haus in Bagno Vignoni mit jener unverwechselbaren Atmosphäre erfüllten, die Nord- und Südlichter gleichermaßen gefällt, mit liebevoll ausgewählten Antiquitäten, ausgesuchten Gemälden, sorgfältig arrangierten Lieblingsobjekten, üppigen Stoffen, die den geräumigen Salons eine edle Note verleihen – dieses Haus spricht von nun an Ladinisch. Oder sagen wir Toskano-Ladinisch, denn die Wurzeln bleiben natürlich, was sie sind. Toskanisch. Es sieht so aus: Wir machen etwas in der Toskana, weil wir dazulernen wollen. Wir reißen den Faden nicht ab, sondern nehmen ein Ende auf und tragen es ein Stück weiter in die Zukunft. Wir wollen nichts verändern, nur fortführen – mit Freude, Taktgefühl, Einfachheit und neuem Schwung. Wenn der Mensch etwas Neues lernt, wird er selbst ein Neuer. Wir lernen, wenn wir an die schönen Dinge denken, die wir tun werden. Der Renaissance-Garten wir Ihnen gefallen! Auch den alten, neu hergerichteten Tennisplatz und die ebenfalls aufgefrischte Bocciabahn werden Sie lieben. Das Albergo Posta Marcucci duftet nach echtem Zuhause. Und so wird aus dieser verschrobenen Idee meiner Eltern tatsächlich Wirklichkeit. Und es handelt sich nicht um ein Strohfeuer. Nein, dieser Ort hat nach uns gerufen. Als hätte das Schicksal uns ausgesucht. Und wir werden in diesem wunderschönen Stück Erde, in der Dichter und Sänger zuhause sind, einfach weiterhin schöne Dinge tun und Spaß daran haben. Das Welterbe Val d’Orcia ruft das Welterbe Dolomiten! Wir werden weiter dafür einstehen, dass die schönen Dinge der Vergangenheit ihren Wert behalten. Denn die Zeit selbst ist von unschätzbarem Wert, und sie zu vergeuden, zu vertun, zu beschmutzen und zu zerstören wäre für uns die größte Sünde überhaupt. Wir freuen uns darauf, Sie in der Val d’Orcia begrüßen zu dürfen! Nicht um Zeit zu verlieren, sondern um sie genussvoll wiederzufinden und eine Zeitlang aus vollem Herzen zu genießen.

www.postamarcucci.it


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