Wir verwenden Cookies für die beste Nutzererfahrung. Es werden Cookies von Dritten eingesetzt, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
 
Book now Request
it  .  de  .  en
 
 
 
 
Themen:     Haus & LaPerla (81)  
Tags:    Freude     Persönlichkeiten     Schönheit
 
Valerio Mittwoch, 18 März 2015

Drei 21er-Chromosomen ... und Lebensfreude für zehn!

In meinem Mail-Account gibt es eine Reihe von Konversationen mit der Betreffzeile „Astrid mit uns in der Ciasa“. Diese Mailwechsel erzählen eine wichtige Geschichte. Astrid ist ein Mädchen, das „besonders“ ist; sie hat ein Chromosom zu viel, Trisomie-21 heißt ihre Krankheit, man kennt sie auch als Down-Syndrom. Vor etwa über einem Monat wurde in der Hoteldirektion eine Idee diskutiert. Es ging darum, dass ein behinderter, ein „besonderer“ Mensch bei uns im Hotel mitarbeiten sollte.
Drei 21er-Chromosomen ... und Lebensfreude für zehn!
 
 
 
„Viele von uns hatten Vorurteile, bevor sie kam. Vorurteile entstehen aus Nicht-Wissen. Und dieses Vorurteil war durch das begründet, was in dieser Welt heute permanent von uns gefordert wird: dass alles immer schnell, schneller, am schnellsten zu gehen habe.“
Diese Idee entspringt unserer Philosophie, die wir ständig weiterentwickeln: Unser Arbeitsplatz ist nicht einfach nur ein Arbeitsplatz, sondern ein Ort, an dem wir uns weiterentwickeln, uns verbessern wollen. An dem wir aktiv teilhaben wollen. Diese Philosophie ist nicht immer leicht in die Wirklichkeit umzusetzen, weil auch unternehmerische Erfordernisse berücksichtigt werden müssen und auch wirtschaftliches Wachstum stattfinden muss. Und wir wissen, wie schwierig es ist, das Gemeinwohl, also das, was für alle gut ist, mit dem Wirtschaftswohl unter einen Hut zu bekommen, das oft nur wenigen zugute kommt. In Fällen wie diesem sind die Tatsachen wie hohe Berge. Und Bergsteigen ist bekanntlich anstrengend. Über die Casa di Pederoa, die sich um die Eingliederung von besonderen Menschen in den Arbeitsmarkt kümmert, haben wir Astrid kennengelernt. Astrid ist 20 Jahre alt, träumt davon, Kellnerin oder Konditorin zu werden (lieber Konditorin als Zimmermädchen) und arbeitet jetzt bei uns in der Ciasa La Perla an drei Tagen in der Woche. Als sie bei uns ankam, war sie sehr still; ich erinnere mich, wie sie auf einem Stuhl saß und mich neugierig aus den Augenwinkeln heraus ansah. Mit Astrid kam ein frischer Wind zu uns ins Haus. Astrid ist nie nervös, sie macht sich nie Sorgen, hat immer ein Lächeln im Gesicht. Viele von uns hatten Vorurteile, bevor sie kam. Vorurteile entstehen aus Nicht-Wissen. Und dieses Vorurteil war durch das begründet, was in dieser Welt heute von uns permanent gefordert wird, so wenig Sinn es auch haben möge: dass alles immer schnell, schneller, am schnellsten zu gehen habe. Und in einer Welt, in der alle immer Eile haben und den Sinn für die Wert der Zeit verloren haben, erscheint einem ein Mensch, der auch nur ein bisschen langsamer ist als alle anderen, irgendwie eine Belastung. Dieses Gefühl der Belastung hatte uns vorab alle ein bisschen erschreckt. Wenn wir einen besonderen Menschen im Haus haben würden, wie würden wir unser Zeitgefühl mit dem von Astrid in Einklang bringen können? Würden wir ihr bei jedem Schritt folgen müssen? Wer würde für ihren Zeitplan verantwortlich sein? Wer für ihre Aufgaben? Doch in diesem ersten Monat mit Astrid haben viele, ja alle bei uns durch ihre ständige gute Laune verstanden, was es bedeutet, in der eigenen Zeitwelt glücklich zu sein. Denn wenn Astrid etwas tut, dann tut sie es gründlich und gut. Jeder einzelne Moment gehört nur ihr selbst, und den Wert des einzelnen Moments beginnen wir, Astrid sei Dank, nun zu verstehen. Astrid interessiert sich nicht für Multitasking; sie fängt nicht tausend Dinge gleichzeitig an und lässt sie dann unvollendet. Und wenn sie mit dir redet, dann kannst du sicher sein, dass sie nicht parallel dazu auf ihr Handy schielt. Nein, sie hört dir wirklich zu. Von Astrid haben wir gelernt, dass Eile nicht unbedingt Produktivität bedeutet, denn wir sehen, dass Astrids Arbeitsergebnisse nicht heiße Luft sind, sondern echte Tatsachen. Im Büro kümmert sie sich um kleine Präzisionsarbeiten, und oft bin ich wirklich verblüfft, mit welch rarer Perfektion sie diese erledigt. Zusammen mit Stefan hat sie sich um die Blumenarrangements gekümmert, war glücklich, selbst welche kreieren zu dürfen und warf uns glückliche Blicke zu, wenn sie mit zwei Vasen in den Händen im Haus unterwegs war. Mit Maximilian im Frühstückssaal hat sie ihre Begabung für die Feinarbeit beim Eindecken der Tische unter Beweis gestellt, natürlich mit weißen Handschuhen, schließlich ist sie jetzt ein Profi. Sicher und zuversichtlich bewegt sich Astrid im Hotel und erfüllt es mit Freude. Wohin wird uns der Weg führen, den wir gemeinsam mit Astrid eingeschlagen haben? Wir wissen es nicht, doch eines haben wir zu unserer Überraschung begriffen: Nicht wir haben ihr Gutes getan, sondern sie tut uns gut. Giulan, danke, kleine großartige Astrid!

Valerio Cabiddu
 
 
 
Perlen zum Nachdenken
 
 
 
nach oben
 
 
 
 
 
 
 
 
Teilen Sie Ihren Gedanken mit uns
 
comments powered by Disqus
 
nach oben
 
 
 
 
Geschichten zum lesen...
 
 
Valerio Sonntag, 1 Februar 2015
Junge Leute mit Koffer
 
Meine Mutter sagt mir immer: “Du arbeitest Stück für Stück über das Jahr“.
Weiterlesen
 
 
 
Elide Mittwoch, 13 April 2016
Was unsere Werte bedeuten
 
Werte geben den Weg vor. Doch es ist nicht immer leicht, in der Spur zu bleiben
Weiterlesen
Ethik     Familie Costa     Gedanken     Schönheit     Stille
 
 
 
Nicola Dienstag, 19 Mai 2015
Hotel La Perla, mein neues Heim
 
Es sind einige Monate vergangen und ich fühle mich, als wäre ich hier schon ...
Weiterlesen
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 Anmelden 
Str. Col Alt 105 - I-39033 Corvara (BZ) Alta Badia - Italien      T. +39 0471 83 10 00      
Privacy     Credits     Cookies     Click to pay     MwSt-Nr. 01231580216     Zeppelin Group - Internet Marketing