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Francesco Ricci Samstag, 25 Juni 2016

Die vergessene Welt von Mondeval

Marco und Linda, nicht nur Bergführer sondern vor allem ausgezeichnete Begleiter: Schritt für Schritt führen Sie uns auf eine Entdeckungsreise in die unbekannteren und deshalb umso faszinierenderen Orte der Dolomiten.
Die vergessene Welt von Mondeval
 
 
 
"Marco gesellt sich am Abend unter die Gäste und versucht herauszufinden, ob sie wohl am nächsten Tag Lust auf eine schöne Tour hätten. Man muss dazu sagen, dass Marco sich nie irrt."
Ich wandere schon seit Jahren auf den Wanderwegen der Dolomiten. Seit ich ein Kind war. Und dann als Junge, auf den Hochwegen, die heute ehrlich gesagt etwas in Vergessenheit geraten sind. Das Überraschende ist, dass es, obwohl ich die Täler, Gipfel, Wegstrecken, Almhütten, Wälder und Straßen gut kenne, immer etwas Unerwartetes zu entdecken gibt. Oder man es in einem anderen Blickwinkel wahrnimmt, in einer anderen Gemütsverfassung, in einem anderen Licht. Neben den vielen anderen schönen Dingen, die das Ciasa Perla anbietet, stehen im Sommer Marco und Linda zur Verfügung, um uns zu den weniger bekannten und deshalb umso faszinierenderen Orten der Dolomiten zu begleiten. Marco gesellt sich am Abend unter die Gäste und versucht herauszufinden, ob sie wohl am nächsten Tag Lust auf eine schöne Tour hätten. Man muss dazu sagen, dass Marco sich nie irrt. Mehr als ein Führer ist er eher ein Kenner: von geschichtsträchtigen Orten und Tälern. Wenn ihr etwas über tragische Begebenheiten zur Zeit des Ersten Weltkriegs wissen wollt, dann ist Marco genau der Richtige. Er weiß alles. Und vor allem ist er ein beispielloser Begleiter. Eines Abends im September ist die Entscheidung gefallen: am nächsten Tag Aufbruch zum Val Formin, weiter zum gleichnamigen Sattel und Eintritt in die magische Atmosphäre des Mondeval. Das Tal Formin ist eine Vorspeise der gehaltvolleren Art. Beherrscht wird es vom Bergmassiv Croda da Lago und die Luft, die man hier atmet, ist aus reinstem Dolomit, die sich erst im Wald und dann zwischen den Felsen ausbreitet. In der Nähe des Sattels entscheidet sich Marco für einen Umweg. Wir wenden uns nach rechts und erreichen die Grenzen des Tals: unter uns der Abgrund, vor uns die ganze Welt. Die Gämsen laufen in der Ferne, erst eine Gruppe, dann eine zweite. Die Landschaft ist vollkommen. Die Wolken spielen Versteck mit den fernen Gipfeln und wir versuchen, sie zu erkennen. Die Gipfel, versteht sich. Der graue Himmel senkt sich auf uns nieder und mahnt uns, aufzubrechen. Wir überwinden die Forcella Formin und beginnen den Abstieg, der eine Tür zu einer anderen Welt öffnet: die Welt des Mondeval. Schon der Name ist das Versprechen eines Wunders und in der Tat: eine weite Hochebene breitet sich vor uns aus, umgeben vom Becco di Mezzodì, dem Pelmo-Massiv, den Rocchette, der Croda da Lago, den Lastoni di Formin, dem Monte Cernera und Corvo Alto. Aber es ist die Atmosphäre, die man hier atmet, die diesen Ort so einzigartig macht. Ich war bereits als Junge hier, bevor man Fund des Mannes von Mondeval machte. Aber wenn es auf der Welt ursprüngliche Orte gibt, an denen man spektakuläre Entdeckungen machen kann, dann ist das einer davon. Hier ist alles Urkraft. Die auf der Wiese verstreuten Felsen, so als wären sie vor Tausenden von Jahren gelaufen, sind elektrische Felsblöcke. Das Amphitheater der Berge mit dem einsamen, Wache stehenden Gipfel Becco di Mezzodì begrenzt ein atavistisches Proszenium, das einen nicht unbeeindruckt lassen kann. Nur in der Tassili n’Ajjer, im Südosten Algeriens, habe ich ähnliche Emotionen verspürt. Und hier in diesen Wiesen auf mehr als 2000 m Höhe wurde das Grab eines prähistorischen Jägers entdeckt, der vor etwa 7000 Jahren gelebt hat. Neben dem in Rückenlage befindlichen Skelett wurden zahlreiche Gegenstände gefunden, Steingeräte, Steinwerkzeuge und Knochenornamente, Hirschzähne und – vermischt mit dem Boden - eine große Anzahl an tierischen Knochenresten. Der Jäger von Mondeval wird heute im Museum von Selva di Cadore aufbewahrt, ein Besuch dorthin lohnt sich. Wie auch ein Besuch nach Mondeval, leicht erreichbar über den Passo di Giau. Weil dies ein Ort ist, an dem man verstehen lernt, dass ein Ausflug in die Berge „nach Hause kommen“ bedeutet und dass die Natur kein Luxus sondern eine Notwendigkeit darstellt.

Francesco
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