Wir verwenden Cookies für die beste Nutzererfahrung. Es werden Cookies von Dritten eingesetzt, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
 
Book now Request
it  .  de  .  en
 
 
 
 
Themen:     Geist & Humor (17)    Haus & LaPerla (78)  
Tags:    Drinks     Familie Costa     Winter
 
HB
Haig Barclay Dienstag, 3 März 2015

Der verrückte Donnerstag im La Perla

Was geht hier vor sich? Ich habe ja von diesen Aperitifs bei Galadiners in alpinen Resorts gehört, habe mich aber oft gefragt: „warum?“ und „wie?“, und insbesondere: „mit wem?“.
Der verrückte Donnerstag im La Perla
 
 
 
„Das Bemerkenswerte ist, dass dieser bodenständige Austausch zwischen recht anspruchsvollen Gästen gerade in einem Hotel wie dieses stattfindet.“
Und doch sind wir alle hier im Foyer von La Perla versammelt, nicht weit vom Eingang, und draußen tobt ein Schneegestöber. Alles sehr erbaulich, man serviert Weißwein, dann jedoch stürmt plötzlich eine laute Männertruppe die Treppe herunter. Ob es sich um Gesindel oder Musikanten handelt, ist nicht ganz klar – Bande oder Band? Der Anführer muss in den Siebzigern sein, vielleicht sogar über achtzig, und fuchtelt mit einem Gegenstand herum, der aussieht wie ein langer Stock mit aufgesteckten Kuhglocken und Motorradhupen – befinden wir uns wirklich in einem der „Leading Hotels of the World“? Die übrigen Charaktere auf der Treppe haben ein paar Gitarren und Akkordeons, die sie wie Schutzschilde vor sich her tragen. Was soll dies bloß für ein Abend werden, frage ich mich – es wirkt alles ein bisschen peinlich.
Kaum habe ich mich von dem anfänglichen Schrecken erholt, da schlägt die Stimmung um: das gesamte Küchenpersonal von La Perla (es sind bestimmt an die zwanzig) versammeln sich und begrüßen die „Prominenten“ als wären es Fußballhelden, und es wird viel geklatscht, wie man es aus Bayern kennt – erst später würde ich erfahren, dass es sich um typisch Südtiroler Klatschen handelt! Irgendwie breitet sich ein Enthusiasmus aus, der alle erfasst. Hotelgäste, die den Tag auf der Skipiste oder im Wellness-Center verbracht haben, kommen schnell in festliche Stimmung, die sich nicht zuletzt dank der schwungvollen Musik verbreitet. Der Anführer zieht eine echte Show ab, aber gibt er den Takt an oder wiegt er sich nur im Rhythmus? Oh mein Gott. Irgendjemand erwähnt, dass er der Gründer von La Perla ist und, nachdem er anfänglich als Klempner umherzog, dieses führende Hotel nicht nur aufbaute, sondern 1975 auch neu errichtete, als es nach einem Brand in Schutt und Asche lag. Es ist sein Verdienst, dass die jüngere Familiengeneration, die La Perla heute leitet, den anspruchsvollen und einzigartigen Charakter des Hotels bewahrt hat – als Ort der Entspannung für die Gäste.
Und dann ist da noch die Dame des Hauses, die sich um alle und alles kümmert – Signora Costa. Sie hält alle Fäden in der Hand und stellt sicher, dass niemand ein leeres Glas hat, von seinem Platz aus eine schlechte Sicht hat oder sich sonst wie unwohl fühlt. Sie ist die personifizierte Eleganz – diese Beschreibung ist keine Übertreibung, sondern wird ihr voll gerecht. Während ihr Mann weiterhin buchstäblich auf die Pauke haut, steigert sich stetig die gute Laune der Gäste. Das Bemerkenswerte ist, dass dieser bodenständige Austausch zwischen recht anspruchsvollen Gästen gerade in einem Hotel wie dieses stattfindet. Oh nein: jemand ruft, dass wir uns alle in die Küche begeben sollen – in die Küche!! – aber es ist bereits 20 Uhr, und langsam macht sich der Hunger breit – ein Tag in der verschneiten Bergwelt sorgt eben für Appetit! Und so machen wir uns (zusammen etwa mehr als 60 Personen) in die Küche auf, angeführt von unserer neuen Lieblingsband. Eine Riesenüberraschung wartet dort auf uns: Mitglieder der Familie Costa sowie die Mitarbeiter begrüßen uns und sorgen schnell dafür, dass jeder ein volles Glas in der Hand hält. Verschiedene Delikatesshäppchen stehen zur Auswahl, und das Personal hat sich eigens für den Anlass fein gemacht: lange, fließende Gewänder, Schiebermützen im Pfannkuchen-Look und Querbinder, stilvoll geformt aus zusammengepressten Spaghetti. Ein toller Anlass und ein tolles Fest. Die Gäste haben keine Hemmungen mehr – sie haken sich gegenseitig unter und prosten den Musikern zu, die sich auf ihre Weise bedanken: „Ein Prosit der Gemütlichkeit“.
Absolut erstaunlich, dass das Küchenpersonal nur 20 Minuten später den normalen Dienst wiederaufgenommen hat und den hungrigen Gästen ladinische Spezialitäten serviert. „Keine Mühe scheuen“ scheint das Familienmotto zu sein, und alle spüren den echten Enthusiasmus, ein ganz besonderes Hotelerlebnis zu bieten – natürlich mit modernem Luxus, wobei der Gast jedoch zum Teil des Hauses wird und es während seines Aufenthalts als sein Zuhause ansieht. Ernesto Costa ist ein beeindruckender und zielstrebiger Mensch, der niemals aufgibt – die Musik ist nur eine seiner vielen Leidenschaften, und er versprüht eine ansteckende Lebensfreude... und hat eine fantastische Frau an seiner Seite.

Haigh Barclay
 
 
 
Perlen zum Nachdenken
 
 
 
nach oben
 
 
 
 
 
 
 
 
Teilen Sie Ihren Gedanken mit uns
 
comments powered by Disqus
 
nach oben
 
 
 
 
Geschichten zum lesen...
 
FR
 
Francesco Ricci Donnerstag, 18 Dezember 2014
Weihnachtsbrief
 
Gedanken und Worte, unter den Baum zu legen.
Weiterlesen
 
 
 
Elide Mittwoch, 13 April 2016
Was unsere Werte bedeuten
 
Werte geben den Weg vor. Doch es ist nicht immer leicht, in der Spur zu bleiben
Weiterlesen
Ethik     Familie Costa     Gedanken     Schönheit     Stille
 
 
 
Mathias Mittwoch, 16 September 2015
L'Murin und das Mehl der Erinnerungen
 
Vom Häuschen zu Après-Ski und Taverne, L'Murin, ein Mahlstein der Gefühle.
Weiterlesen
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 Anmelden 
Str. Col Alt 105 - I-39033 Corvara (BZ) Alta Badia - Italien      T. +39 0471 83 10 00      
Privacy     Credits     Cookies     Click to pay     MwSt-Nr. 01231580216     Zeppelin Group - Internet Marketing