Wir verwenden Cookies für die beste Nutzererfahrung. Es werden Cookies von Dritten eingesetzt, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
 
Book now Request
it  .  de  .  en
 
 
 
 
Themen:     Kultur & Tradition (19)  
Tags:    Alta Badia     Dolomiten
 
Artur Montag, 10 November 2014

Das Reich der Fanes

Ich bin in Sankt Vigil in Enneberg geboren und von Kindheit an mit den alten Sagen der FANIS aufgewachsen. Es handelt sich um einen antiken Namen, der mich seit jeher begleitet.
Das Reich der Fanes
 
 
 
„Die Faszination der Geschichten und Sagen, die sich um die Dolomiten ranken, bleibt unser ganzes Leben lang spannend. Ganz so, als bauten sie eine Brücke zwischen der Kindheit und dem Erwachsensein – eine Identität.“
 Hier, in diesen Bergen, existierte vor Tausenden von Jahren ein großartiges Königreich aus Dörfern und Feldern. Das wichtigste Dorf hieß Fanis und ihre Bewohner waren die Fanes. Ihr Königsschloss muss ungefähr im südlichen Bereich der Conturines gelegen haben. Ein wirklich schöner Ort für einen Fürstensitz. Wenn man sich mit den Sagen beschäftigt, die sich um die Dolomiten ranken, versteht man die Namen der Orte, der Berge und lernt sie wirklich dabei kennen. Anfangs waren die Fanes ein ganz friedliches Volk; man nannte sie sogar Murmeltiere. Denn sobald eine Gefahr drohte, oder wenn sie sich vor feindlichen Angriffen fürchteten, flohen sie ins Innere der Berge. Doch ihr letzter König war ein echter Krieger. Und er hatte eine Tochter, die Prinzessin Dolasilla, die dank eines Zaubers zu einer unbesiegbaren Bogenschützin geworden war. Dolasilla traf immer, und der König wurde immer begieriger nach Ruhm und Reichtum. Es war unter seiner Herrschaft, dass das Königreich der Fanes seine glänzendste Epoche erlebte. Doch mit all dieser Pracht zogen sie auch Feindschaft auf sich, und viele Völker griffen die Fanes an, bis ihr Königreich schließlich komplett zerstört war. Dolasillas Taten jedoch wurden über die Jahrhunderte weitergegeben, in Form gesungener Strophen, die ein richtiges Gedicht ergaben. Wenn die Sänger das ganze Werk vortragen wollen, dann brauchen sie einen ganzen Sommertag dazu. 
Das derjenige Teil der Dolomiten, der zum Gadertal gehört, eine lange Geschichte hat, bezeugt auch die alte Wallfahrtskirche in Armentara, die dem Kreuzkofel seinen Namen gegeben hat. Heute führt ein Sessellift zur Kirche hinauf, doch früher stiegen die Pilger zu Fuß über den Kreuzweg nach oben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Kirche über einer alten heidnischen Kultstätte errichtet wurde – dafür spricht, dass einer der vorbeifließenden Bergbäche Fles heißt, ein altes illyrisches Wort für Opfer oder heilige Stätte. Die Sagen der Fanes könnten auch in entfernten rhätischen Geschichten ihren Ursprung haben. Sie beziehen sich auf uralte, historische Traditionen, die bis auf die Illyrer und die Etrusker zurückreichen. Diese Völker komponierten gerne Jagdgesänge, in denen die Tiere wie Menschen denken und sprechen. Gesänge, die es auch im Mittelalter noch gab. Gaukler und Narren erheiterten ihr Publikum an langen Winterabenden, indem sie bei Hofe diese uralten Gesänge vortrugen. 
Es sind die alten Sagen, die die Dolomiten geformt haben. Die Dolomiten sind die perfekte Schatztruhe, um unglaubliche Geschichten darin aufzubewahren. Das Rautal, das Val Travenanzes, die spitzen Gipfel der Antruilles, die blutfarbenen Wände der Rotwand sind eine großartige Szenerie, in der noch heute ihr wunderbarer Klang widerhallt. Um nicht vom Pragser Wildsee zu sprechen, der von den Nordwänden der Fanes eingerahmt ist und vom gewaltigen Seekofel überthront wird; die Ladiner nennen diesen übrigens Sass dla Porta (Torspitze). Denn es geht die Sage, dass es mitten in diesem Berg eine große Tür gibt, die heute im Erdboden verschwunden ist, durch die früher aber das Seewasser in das Innere des Bergs hineingelangte, wo es eine unterirdische Höhle schuf. Und in dieser Höhle schlafen die letzten Fanes. Wenn die Zeit gekommen ist, werden sie erwachen, ans Licht herauskommen und das großartige Königreich der Fanes ihrer Vorfahren zu neuem Leben erwecken. 
Der Reiz dieser Sagen liegt darin, dass sie uns auch mit zunehmendem Alter immer noch faszinieren. So, als schafften sie eine Brücke zwischen der Kindheit und dem Erwachsenenalter, eine Brücke zwischen den Generation, die einen Namen hat: Identität.

Artur Pescol
 
 
 
Perlen zum Nachdenken
 
 
 
nach oben
 
 
 
 
 
 
 
 
Teilen Sie Ihren Gedanken mit uns
 
comments powered by Disqus
 
nach oben
 
 
 
 
Geschichten zum lesen...
 
 
Valerio Sonntag, 1 Februar 2015
Junge Leute mit Koffer
 
Meine Mutter sagt mir immer: “Du arbeitest Stück für Stück über das Jahr“.
Weiterlesen
 
 
 
Nicolò Mittwoch, 14 Mai 2014
Ein Ladinischer Zufluchtsort
 
Das Ladinia, ein großes kleines Haus, hat wieder geöffnet.


Weiterlesen
Alta Badia     Corvara     Dolomiten     Essen     Ladinisch
 
 
CB
 
Concetta Bonaldi Sonntag, 26 Oktober 2014
Ausflug zur Schneehöhle
 
Wanderung am Fuße des Kreuzkofels.
Weiterlesen
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 Anmelden 
Str. Col Alt 105 - I-39033 Corvara (BZ) Alta Badia - Italien      T. +39 0471 83 10 00      
Privacy     Credits     Cookies     Click to pay     MwSt-Nr. 01231580216     Zeppelin Group - Internet Marketing