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Themen:     Haus & LaPerla (81)    Verloren & Vergessen (10)  
Tags:    Aktivitäten     Gedanken
 
Stefan Dienstag, 26 Januar 2016

Das Archiv

Wenn man alte Schubladen öffnet, geschieht immer etwas Magisches. Es ist wie beim Spielen mit Aladins Wunderlampe. Der Rauch der Erinnerung, der schon viel zu lange im Staub der Zeit eingesperrt war, kommt ans Tageslicht.
Das Archiv
 
 
 
"Archivieren ist so wie Staubwischen in den Erinnerungen."
Anlässlich der Renovierung der Hotelbüros wird auch das Archiv in Ordnung gebracht. Gemeinsam mit Artur und Verena habe ich die mühsame Aufgabe übernommen, mir die Vergangenheit des Hauses anzusehen, mit der Hand zu berühren, auf rationellere Weise in geeignete Kartons zu schlichten und diese dann tadellos beschriftet in einem passenden Raum unterzubringen. Bei dieser Gelegenheit haben wir auch die alten Ansichtskarten, von denen einige aus den 50er Jahren stammen, ordentlich gesammelt und verstaut. Wie seltsam, Corvara in alten Pastellfarben zu sehen, das Haus mit Wänden wie auf einem Aquarell, den blütenweißen Schnee und die Holzskier. Was für ein Gefühl, die alten Prospekte in den Händen zu halten, die die Geschichte eines Hauses in ständiger Weiterentwicklung erzählen, das dramatische Augenblicke überstanden hat und dabei immer schöner, gastfreundlicher und lebensfroher wurde. Es ist unglaublich festzustellen, wie sich die Dinge verändern. Ich sehe mir die alten Probeabzüge der Druckerei an und fotografiere sie mit meinem Handy. Sie ähneln nun nicht einmal mehr modernen Antiquitäten. Manchmal ist die Zeit wirklich unerbittlich. Es gibt auch alte, heute von der Digitaltechnik ersetzte Negative, ineinander gerollt, als ob die Zeit selbst ein Zelluloidstreifen wäre. Und dann erst die Dias, die die Jugend von heute wahrscheinlich noch nie gesehen hat. Ich finde Bauentwürfe und Renovierungspläne, die einfach fantastisch sind: Papiere voller Erwartungen, positiver Energie und Zukunftsträume. Es gibt Rechnungen, Schreibpapier mit Briefkopf und Buchhaltungsbögen. Von Hand geschriebene Speisekarten und Weinkarten: Das Herz macht einen Sprung, wenn man sieht, wie der gute alte Knödel die Beleidigungen überstanden hat und man liest, dass eine Gulaschsuppe in den 70er Jahren 350 Lire kostete. Ganz zu schweigen vom Strudel: 200 Lire pro Portion. Und die Flaschen des Sassicaia, das wahre Aushängeschild des Hauses? Viele davon werden heute in unserem großen Keller gelagert. Dann sind da noch die Gästebücher und unter all den berühmten Models, Schauspielerinnen und Schauspielern aus Hollywood, Schriftstellern und Künstlern, bekannten Unternehmern und Spitzensportlern berührt mich auch heute noch vor allem ein Name: jener von Sandro Pertini. Das Ablegen, Katalogisieren und Auswählen ist wirklich eine seltsame Sache. Es fällt sogar schwer, sich von inzwischen völlig unnützen Unterlagen und Papierkram zu trennen. Handelt es sich doch stets um Überbleibsel, die einst ihre Bedeutung hatten. Die wirkliche Gefahr beim Herumstöbern in Schachteln, Kartons und vollen Schubladen liegt jedoch darin, dass man dabei in den Sog der Erinnerungen gezogen wird, die man vielleicht nicht selbst erlebt hat, die einen aber dennoch in eine magische Parallelwelt entführen. Ich schaue also aus dem Fenster, um ein wenig frische Luft zu schnappen. Und beim Blick auf die Häuser, die Bäume, die Straßen und die Seilbahnstation beruhigte ich mich wieder. Ich weiß, das Leben ist ein großes Gemälde mit vielen prächtigen Farben, die ineinander übergehen: Und das Leben dieses Hauses ist wirklich wunderbar.

Stefan Mayr
 
 
 
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