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Tags:    Sassongher     Sommer
 
michil Montag, 1 Juni 2015

Buna nöt surëdl

Der Sommer ist da. Die Tage werden länger und länger. Ein guter Grund, um die verlängerte Helligkeit voll auszunutzen, um Sonnenauf- und untergang zu genießen. Denn das sind mystische Momente im Tagesablauf. Augenblicke reinster Natur, in denen wir den höheren Sinn unserer Existenz verstehen können.
Buna nöt surëdl
 
 
 
„Wenn ich die Metamorphose der Farben erlebe und sehe, wie der Himmel die Schatten verlängert, die langsam den Sassongher hochsteigen, dann ist das für mich, als erlebte ich mein eigenes Wesen und wie es sich verändert.“
Es sind Momente, die ich so intensiv wie möglich für mich erleben möchte. Die Berge, die rosa, golden, silbern leuchten und manchmal ganz dunkel und bedrohlich dastehen, sind ein großartiger, immerwährender Moment, der unsere Aufmerksamkeit und unseren Respekt verdient. In diesen Momenten wird mir sehr deutlich bewusst, was sich gerade in mir verändert. Vor allem beim Sonnenuntergang. Wenn ich die Metamorphose der Farben erlebe und sehe, wie der Himmel die Schatten verlängert, die langsam den Sassongher hochsteigen, dann ist das für mich, als erlebte ich mein eigenes Wesen und wie es sich verändert. Dann fühle ich diese Veränderung und das Bedürfnis, mich von diesem Tag zu verabschieden. Von einem Tag, der nicht wiederkehren wird. Er ist zu Ende, für immer. 
„Bunanöt Surëdl, i te salüdi”. Ich danke der Sonne, danke ihr für den langen Tag, den ich erleben durfte.
Es ist Sommer. Die Welt schläft noch, aber frè Surëdl, Bruder Sonne, klettert schon über die hinter dem Boé verborgenen Felszacken nach oben. Da, ja genau da, leuchtet schon der erste Gipfel auf. Seltsam. Ich kannte ihn noch gar nicht. So wie unser Leben. Der Sonnenaufgang gibt uns die Möglichkeit, unser Leben ganz deutlich auftauchen zu sehen. Zu erleben, wie es sich zwischen Schattierungen und Kontrasten bewegt, die ihm Farbe verleihen. Neue Ideen und Pläne tauchen auf, nehmen Form an, während andere noch tief und fest schlafen.
Es ist Sommer. Ich liebe es, die Schuhe auszuziehen. Den warmen Boden spüren, barfuß auf unserer heiligen Erde zu laufen... Der Boden besitzt die Kraft zu lindern, zu kräftigen, zu reinigen, zu heilen. Er erhöht unser Bewusstsein, schließlich müssen wir aufpassen, wo wir die Füße hinsetzen! Und unsere Füße sind phantastische Sinnesorgane: Sie spüren das weiche Moos, spüren dass das grüne Moos noch weicher ist als das helle, sie spüren die Felsen, spüren dass schwarzer Fels mehr Wärme abgibt als weißer.
Es ist Sommer. Und auch heute wundere ich mich wieder, dass es Menschen gibt, die gar nicht bemerken, wie Surëdl untergeht. Und auch heute werde ich mich über diejenigen wundern, die ihm nicht danken. Und ich werde wie immer alle die nicht verstehen, die nicht einmal einen Moment innehalten, wenn die volle Lüna uns bescheint.
Der Mond und die Sonne haben im Ladinischen keinen Artikel. Und das ist eine Bestätigung für den mystischen Gehalt unsere Sprache. Doch auch wenn sich die Götter im Himmel nicht zeigen, lasst uns dafür sorgen, dass es im wahrsten (etymologischen) Sinne des Wortes eine enthusiastische Zeit wird: inspiriert durch göttliche Eingebung.
Ich wünsche uns allen, dass wir die Augen zum Himmel erheben, das Gesamtwerk kontemplieren und schon bald unsere Schuhe ausziehen können. Heute schon könnte ein guter Tag sein. Heute ist nämlich der erste Tag unseres restlichen Lebens!

De bi salüc, die schönsten Grüße, von hier oben.

michil costa
 
 
 
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