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Victor Freitag, 14 Oktober 2016

Aus der Karibik in die Dolomiten

Santo Domingo, Udine, Corvara: Victors große Reise
Aus der Karibik in die Dolomiten
 
 
 
Ich bin halb aus Karibik, halb aus dem Friaul, und eine Mischung aus guter Laune und Beharrlichkeit. In anderen Worten: ein gelungener Cocktail, so wie ich sie selbst gern mixe. Und stets mit einem Lächeln garniere.
Santo Domingo, Udine, Corvara. Oder anders gesagt: Karibik, Mitteleuropa und Dolomiten. Das ist meine persönliche Laufbahn. Ein Art Weltreise, die Kontinente verbindet, die weit voneinander entfernt sind, in mir selbst jedoch ganz nah beieinander liegen. Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Victor Alfonso, ich bin 25 Jahre alt und der neue Chef-Barkeeper im Hotel La Perla. Geboren bin ich im Zentrum der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, aber aufgewachsen in einer Familie aus Udine mit zwei Schwestern und einem Bruder. Seit ich ein kleiner Junge war und bis in meine Teenager-Zeiten, wollte ich Profisportler werden. Und wäre es vermutlich auch geworden, hätten absurde bürokratische Hindernisse es nicht verhindert. Die Rede ist übrigens nicht vom Fußball, obwohl ich auch da ziemlich gut gespielt habe. Nein, ich war Gewichtheber. Klar, das hört sich komisch an in Anbetracht meiner nicht gerade hünenhaften Gestalt. Doch in den Leichtgewichtklassen war ich wirklich gut. Ich gewann nicht nur zwei italienische Meisterschaften in meiner Klasse, sondern wurde auch in die italienische Nationalmannschaft berufen, um mit ihr noch vor meinem 17. Geburtstag an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen. Und da gingen die Schwierigkeiten los: Weil ich die italienische Staatsangehörigkeit noch nicht besaß, konnte ich nicht ins Team aufgenommen werden. Es war nichts zu machen: Der Gewichtheberverband kontaktierte sogar den Präsidenten der Italienischen Republik, doch ich erhielt nie ein Papier, mit dem ich an den Wettkämpfen hätte teilnehmen können. Also musste ich mich verabschieden von den Wettkämpfen und den Trainingsstudios, die zusammen mit dem ganzen vertrauten Ambiente rund um das Sportzentrum von Udine meine Welt waren. Es war wirklich eine gewaltige Enttäuschung für mich. Klar, wenn du so kurz vor der Erfüllung eines Traums stehst und dann alles einfach so zerbricht. Ein harter Schlag. Doch zum Glück hatte ich von den Friulanern schon gelernt, dass man nie aufgeben darf. Und so beschloss ich, mich nicht zuhause einzugraben, sondern aus dem Haus zu gehen, mit dem Arbeiten anzufangen, ein neues Leben zu starten. Und weiter zu lernen. Ich fing als Gläserwäscher an. Meine erste Saison arbeitete ich in Grado auf einem Campingplatz. Eigentlich war ich nicht so sehr Gläserwäscher, sondern ein Praktikant, der sich um alles kümmerte. Danach arbeitete ich in Pubs und Diskotheken. Und auch in einem Heim für Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen; dort habe ich mich auch aufs Abitur vorbereitet. Wie ich ins La Perla kam? Die Besitzer des Pubs, in dem ich arbeitete, sind Freunde von Marco, meinem ehemaligen Chef hier im La Perla, dem ich außerordentlich viel verdanke. Eines Tages kam ich bei den Pubbesitzern an, perfekt gekleidet in Jackett und Krawatte, ganz comme il faut. Und wie es der Zufall wollte, war auch Marco zu Besuch. Wir lernten uns kennen. Wenig später rief er mich an und fragte, ob ich nie eine Saison lang „unter ihm“ im La Perla arbeiten wollte. Ich sollte mich sofort entscheiden. Und sagte zu. Es wurde ein wunderbarer Winter, mit zehn Metern Schnee und jeder Menge Gästen. Schon bald durfte ich Zimmerservice machen, erst mit Wasser, dann mit Wein, dann den kompletten Service. Ich lernte schnell, aus einer Saison wurden drei. Und als nun Marco nach 17 Jahren im La Perla und als frischgebackener Vater einer Tochter vor kurzem beschloss, zuhause zu bleiben, und nachdem auch Manuel, ein anderes wichtiges „Schulschiff“ für mich, sich entscheiden hat, künftig näher an seinem Zuhause zu arbeiten, habe ich die Gelegenheit ergriffen, eine der schönsten Bars nicht nur in den Dolomiten zu leiten. Die Verantwortung ist groß, aber „Gewichtiges“ hat mich ja bekanntlich noch nie geschreckt! Ganz im Gegenteil, wenn es etwas „zu reißen“ gibt, bin ich immer sofort zur Stelle. Nun hoffe ich nur, der neuen wichtigen Rolle gewachsen zu sein. Doch ich bin davon überzeugt, dass die Bar des La Perla – mit der Unterstützung von Sonja, der Bistro-Leiterin, und sämtlicher Mitarbeiter, das bleibt, was sie immer gewesen ist: eine perfekte „Matte“, um Gläser und Flaschen zu stemmen und immer gute Stimmung zu verbreiten.

Victor
 
 
 
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