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Nicolò Mittwoch, 14 Februar 2018

Am Valentinstag heißt es, Ruhe zu bewahren

Die meisten Mitarbeiter hier in der Casa stammt von weit weg und spüren die ganze Saison über die Nachteile der Entfernung zum Partner, zu den Freunden, zur Familie. Und das ist an manchen Tagen alles andere als leicht.
Am Valentinstag heißt es, Ruhe zu bewahren
 
 
 
Denn wenn es etwas gibt, das spontan zwischen Menschen entsteht, die weit weg von ihrem Zuhause arbeiten, dann ist es der Wunsch nach einem Minimum von Nähe zwischen den Menschen.
Und dann der Valentinstag. Jedes Jahr zwischen Weihnachten und Ostern. An Ostern schließen wir ja das Haus, und das bedeutet, dass wir bald nach nachhause fahren können. Zu den Freunden, zur Familie, zur unseren Herzenspartnern. Der Valentinstag dagegen ist für diejenigen unter uns, die wir sogenannte Fernbeziehungen pflegen, eine gewisse Qual. Vor allem, wenn an den Restauranttischen verliebte Paare sitzen, die bei Kerzenschein zu Abend essen, Blumen auf dem Tisch stehen haben, dazu tiefe Blicke austauschen und kleine Geschenkpäckchen, die alle möglichen Versprechen und Zukunftsträume enthalten. Hände, die sich ineinander verschränken. Wir versuchen dann, nicht hinzusehen, konzentrieren uns auf die Arbeit und machen einfach weiter. Grundsätzlich ist es natürlich nie ganz leicht für uns, die wir von weither kommen und weit weg von unseren geliebten Menschen arbeiten. Hier in der Casa sind wir ungefähr 100 Mitarbeiter, die von außerhalb kommen, meist junge Männer und Frauen, die wir unsere Wurzeln in einem Reisekoffer mit uns tragen. Man könnte sagen, wir sind Migranten, auch wenn wir sehr viel mehr Glück haben als jene anderen Migranten, die lebensgefährlich übers offene Meer und mit Stacheldraht verbarrikadierte Grenzen fliehen müssen und die Rassismus und Diskriminierung jeder Art am eigenen Leib erfahren müssen.
Am allerschwierigsten jedoch ist für uns Weihnachten. Sei es wegen der besinnlichen Atmosphäre, die sich hier in den Bergen noch einmal ganz extrem steigert; sei es, weil in der Casa dann alles eine einzige Hymne an die Herzenswärme ist, an das Wohlbefinden, an die Steigerung schöner Gefühle, die man mit dem und den geliebten Menschen teilen möchte. Wie auch immer – es ist schwer. Selbst neueste Technologien wie Whatsapp oder Skype reichen dann nicht, es reicht nicht, frenetisch auf irgendeine Tastatur einzutippen, um echte Nähe zu schaffen. Ein bisschen hilft es schon. Aber was wirklich hilft, ist das Gefühl von Solidarität, das zwischen uns hier entsteht. Wenn wir nach der Arbeit miteinander anstoßen. Wenn wir untereinander kleine Geschenke austauschen oder einfach nur gute Worte, Worte nur, die aber so wohltun können. Denn wenn es etwas gibt, das spontan zwischen Menschen entsteht, die weit weg von ihrem Zuhause arbeiten, dann ist es der Wunsch nach einem Minimum von Nähe untereinander. Kleine Gruppen entstehen, manchmal sogar echte Beziehungen, Freundschaften, und das ändert alles. Man trinkt ein Bier nach der Arbeit, geht am freien Tag zusammen Skifahren, lacht, scherzt und diskutiert. Das Geheimnis in der Überwindung von Heimweh liegt darin, auch in der Ferne eine Situation zu schaffen, von der man sagen kann „ach komm‘, ein bisschen bin ich auch hier zuhause.“
Wenn man eine echte Fernbeziehung führt, dann fühlt sich das an wie auf einer Schaukel. Es geht auf und ab, auf und ab. Man lebt in einer Art Vorhölle, in einem unsicheren Gleichgewicht, wie Seiltänzer der Liebe. Wie Michele sagt – unser Commis Sommelier aus Piacenza, dessen Freundin in London arbeitet – man lebt eine Liebe auf Distanz im Bewusstsein, dass sie jeden Tag vorbei sein kann. Das kann natürlich in einer normalen Beziehung, in der man sich täglich gegenseitig auf die Füße tritt, genauso passieren. Doch es gibt einen großen Unterschied: Michele sagt, dass sich die Fern-Liebe einerseits aus Träumen speist, aus Projektionen, aus vielen kleinen-großen Dinge der Alltäglichkeit, die das Vertrauen in den anderen stärken. Andererseits braucht die Fern-Liebe zum Überleben aber auch gemeinsame Projekte, Visionen und die Aussicht darauf, dass die Distanz früher oder später wieder aufgehoben wird, denn sonst hat es keinen Sinn. Die Zeit ist ein Tyrann, wie wir alle wissen. Was bleibt also nach einer Saison – oder nach vier, nach zehn Saisons – weit weg von zuhause? Man hat jede Menge Menschen kennengelernt, gemeinsame Erfahrungen gemacht und Legenden begründet, man hat einen Haufen Dinge gelernt und irgendwann verstanden, dass die Summe der Entfernungen als Resultat neue Nähe ergibt. Aber das kann nur begreifen, wer wirklich einmal weit weg von zuhause gearbeitet hat.

Nicolò
 
 
 
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