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Tags:    Reisen
 
michil Sonntag, 1 Februar 2015

Eine Reise zum Mond. Oh... mein Mond!

Wer auf Reisen geht, hofft einerseits, völlig neue und unbekannte Dinge zu entdecken. Gleichzeitig aber suchen wir auf einer Reise immer auch ein Gefühl von Tiefe und inniger Vertrautheit.
Eine Reise zum Mond. Oh... mein Mond!
 
Manche Leute lieben die Pisten der Sellaronda auch dann, wenn sie überfüllt sind; andere werden ohne ständiges Entertainment und Bespaßung nicht glücklich, auch wenn diese manchmal übertrieben wirken. Manche Leute sind schon nach einer guten und typischen Mahlzeit zufrieden, andere wünschen sich nur einen schönen Spaziergang oder eine schöne Aussicht. Manche Leute haben es gerne richtig schön voll, andere hingegen sind auf der Suche nach völlig abgelegenen Orten mit familiärer Atmosphäre. Manche Leute brauchen den Luxus der Exotik und geben auch schon mal iPad und Handy an der Rezeption ab. Wieder andere wollen sich körperlich austoben oder einfach nur schlafen. Sie alle sind unsere Touristen, die nach vielstündiger Fahrt die Dolomiten erreichen.

Wer auf Reisen geht, hofft einerseits, völlig neue und unbekannte Dinge zu entdecken. Gleichzeitig suchen wir auf einer Reise aber auch oft ein Gefühl der Tiefe und innigen Vertrautheit. Wenn wir auf Reisen sind, können wir viele Dinge unseres Lebens ein bisschen aus der Distanz betrachten, können uns aus unserem Alltag entfernen: Schließlich sitzen wir viel zu oft und viel zu lang und viel zu dicht vor dem Monitor unseres Lebens, um das Leben selbst noch sehen zu können. Deshalb kann es positive Ergebnisse bringen, wenn wir ein paar Schritte zurücktreten. Wir sehen die Realität dann klarer, unser Verstand wird schärfer und erlaubt uns, den Fokus besser auf das zu richten, was uns umgibt.
Wir leben in einer Zeit, in der sämtliche Orte auf der Welt innerhalb kurzer Zeit erreichbar sind, und wir leben in einer schier unendlichen Informationsflut, Informationen, die uns allen binnen Sekunden zur Verfügung stehen. Unter solchen Umständen gibt es nicht Dringenderes als innenzuhalten, zu beobachten und auch uns selbst zu beobachten. Lernen wir zu reisen, auch wenn wir selbst uns nirgendwohin bewegen. Ich glaube, es ist nicht unbedingt notwendig, in Ferien zu fahren, um sich lebendig und voller Hoffnung zu fühlen, erholt, voller Schwung und in Harmonie mit der Welt. Das ist übrigens keine Aufforderung eines Hoteliers dazu, zu Hause zu bleiben. Es ist eine Einladung dazu, die Reise noch vor der eigentlichen Reise zu überdenken. Von zu Hause wegzugehen, um das wahre Zuhause zu finden, das in uns steckt. Flauberts Worte passen dazu wie angegossen:
Ich reiste. Ich lerne die Melancholie der Motorschiffe kennen, die kalten Morgen im Zelt, die Trugbilder der Landschaften und Ruinen, den bitteren Nachgeschmack unterbrochener Sympathie. Ich kehrte wieder zurück.
In wenigen Tagen, am 4. Februar, werden wir Vollmond haben. Und in diesen Vollmondtagen verstärkt sich all das, was in unserem Körper, im Geist und in der Seele geschieht. Es ist der genau richtige Moment, um mit guten Absichten die große Energie auszurichten, die wir zur Verfügung haben. Um in die Hand zu nehmen, was uns manchmal schon entglitten schien. Es ist genau die richtige Zeit, um zu versuchen, die Dinge zu ändern, um sich auf ein Problem zu konzentrieren, das uns seit langer Zeit beschäftigt. Es ist aber auch der ideale Moment, um sich von Überflüssigem zu befreien – von Kleidern, Werkzeug und Gedanken, die ihre Zeit hinter sich haben. Oder um damit anzufangen, die Dinge bewusster zu tun. Sich beim Spaziergang zum Beispiel mit der Erde verbinden, jeden einzelnen Schritt zu genießen, genau hinzusehen, wo wir den Fuß hinsetzen, den Geist von Dingen befreien, die uns in diesem Moment einfach nicht quälen dürfen. Ein bisschen wir selbst zu sein. Uns darum zu bitten, oder besser: von uns zu verlangen, uns selbst zu lieben. Auf unsere eigenen Bedürfnisse zu achten. Das Leben nicht wie einen abgeschlossenen Ort zu betrachten, sondern wie eine Fläche, die sich vor uns erstreckt. Ein offenes Feld, in dem wir eine echte Reise unternehmen können. Das kann ein Lärchenwald in den Bergen sein oder auch unser Leben zu Hause, in dem wir von tausend Sorgen und Aufgaben in Anspruch genommen sind. Doch im Bewusstsein, dass man viele Dinge ändern kann. Das zu verstehen und zu wollen. Das, glaube ich, ist der wahre Luxus.
Ich hoffe, dass nach der Lektüre dieses Newsletters nicht allzu viele von Ihnen nicht mehr verreisen wollten. Das wäre nämlich ein ziemliches Problem für uns! Doch wie auch immer, das Leben ist ein Geschenk, jeder Tag ist ein neuer Anfang und heute ist mit Sicherheit der erste Tag unseres restlichen Lebens. Ob mit oder ohne Schnee, ob mit vollen oder leeren Pisten. Man sollte einfach einmal innehalten und einen Schritt zurücktreten. Mit oder ohne Vollmond. Ich glaube wirklich, es lohnt sich.

Michil Costa
 
 
 
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